Festivalsonntag gehört den Kindern

26-ffcottbus-marke-long-iDer letzte Tag des Filmfestival Cottbus gehört traditionell den Kindern mit einem Fest in der Stadthalle. Neben vielen Mitmach-Angeboten wie Bastelecke, Glücksrad-Drehen oder Spielmöglichkeiten gehört zu diesem Kindertag auch die jährliche Welturaufführung der Märchen-Neuverfilmung vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb).

In diesem Jahr hatte der Film „Das singende, klingende Bäumchen“ Premiere, basierend auf dem legendären DEFA-Film von 1957. Neben den zahlreichen großen und kleinen Märchenfilm-Liebhabern waren auch die Hauptdarstellerin Jytte-Merle Böhrnsen sowie Regisseur Wolfgang Eißler anwesend. Einen besonderen Applaus erhielt Christel Bodenstein, die die Prinzessin in der DEFA-Verfilmung verkörperte und auch im neuen Film eine kleine Rolle spielt.

Die Geschichte handelt von einer hochmütigen Prinzessin (Jytte-Merle Böhrnsen), die alle Freier ablehnt. Als ein junger Prinz (Lucas Prisor) um ihre Hand anhält, verlangt die Prinzessin von ihm, ihr das singende, klingende Bäumchen zu bringen.

Der Prinz macht sich auf die Suche nach dem Bäumchen und findet es bei einem Waldgeist. Um aber das Bäumchen zu bekommen, muss sich der Prinz auf einen Handel mit dem Waldgeist einlassen.

Zurück am Königshof, stellt die Prinzessin fest, dass das Bäumchen weder singt noch klingt. Der Prinz erkennt, dass die hartherzige Prinzessin nicht lieben kann und verlässt das Schloss, um sein Wort beim Waldgeist einzulösen.

Die Prinzessin schickt ihren Vater, den König (Heinz Hoenig), los, ihr das Bäumchen zu beschaffen. Auch er lässt sich auf einen Handel mit dem Waldgeist ein: das erste Lebewesen, dass ihm bei seiner Rückkehr begegnet, gehört dem Waldgeist. Zu dumm nur, dass ausgerechnet die ungeduldige Prinzessin das erste Lebewesen ist, dass der König sieht. Fortan muss sie beim Waldgeist leben, der darüber hinaus die schöne Prinzessin in eine hässliche Frau verwandelt. Als der Prinz, der ebenfalls beim Waldgeist lebt, die Prinzessin trifft, ist er alles andere als begeistert…

Gedreht wurden die Filmszenen im Harz, im Potsdamer Schloss Belvedere sowie im Kloster Chorin.

Für den Cineasten bot der Film noch ein kleines Extra, den sich die Filmemacher als Reminiszenz an die DEFA-Verfilmung haben einfallen lassen: das im Schloss an der Wand hängende Porträtbild der verstorbenen Mutter der Prinzessin ist das Plakatmotiv der DEFA-Verfilmung.

ARD/rbb DAS SINGENDE, KLINGENDE BÄUMCHEN, am Sonntag (25.12.16) um 14:45 Uhr im ERSTEN. Der König (Heinz Hoenig) sitzt auf seinem Thron neben dem Portrait seiner verstorbenen Gemahlin. © rbb/Theo Lustig, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter rbb-Sendung bei Nennung "Bild: rbb/Theo Lustig" (S2+). rbb Presse & Information, Masurenallee 8-14, 14057 Berlin, Tel: 030/97 99 3-12118 oder -12116, pressefoto@rbb-online.de

Der König (Heinz Hoenig) sitzt auf seinem Thron neben dem Portrait seiner verstorbenen Gemahlin.
© rbb/Theo Lustig

Im Anschluss an die Vorführung mussten die beiden Schauspielerinnen und der Regisseur viele Fragen der Kinder beantworten. Die wollten wissen, wie die Prinzessin im Film durch die Luft geschleudert wurde, wie die Zaubertricks des Waldgeistes funktionierten und ob die Verletzungen des Prinzen echt waren. Geduldig gaben die Protagonisten Auskunft und verrieten den einen oder anderen Filmtrick.

Christel Bodenstein zeigte sich im Interview begeistert von der Neuverfilmung, die mit den technischen Möglichkeiten von heute umgesetzt wurde. Als die Anfrage kam, mitzuwirken, zögerte sie nicht lange und sagte zu. Am Set traf sie dann auf ihre „Nachfolgerin“ Jytte-Merle Böhrnsen, die wiederum bereits die Verfilmung von 1957 kannte.

Selbstverständlich standen die beiden Prinzessinnen auch für Autogramm- und Fotowünsche der kleinen Zuschauer zur Verfügung und kamen mit den Gästen ins Gespräch.

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v.l.n.r.: Jytte-Merle Böhrnsen, Christel Bodenstein, Wolfgang Eißler

Ausgestrahlt wird die Neuverfilmung von „Das singende, klingende Bäumchen“ am 25. Dezember 2016 um 14:45 Uhr im ERSTEN.

Schweigeminute

ZDF-Logo

Erstausstrahlung: 31.10.2016

schweigeminuteEin kleines Fischerdorf an der Ostsee, Ende der 50er Jahre. Stella Petersen (Julia Koschitz) kehrt nach 14 Jahren England-Aufenthalt in ihre Heimat zurück. Sie wird mit Beginn des neuen Schuljahres die neue Englisch-Lehrerin am Gymnasium. Der junge Christian Voigt (Jonas Nay), der seinem Vater (Uwe Preuss) bei der Steinfischerei aushilft, ist nach der ersten flüchtigen Begegnung im Hafen fasziniert von der attraktiven, aber älteren Frau. Immer öfter versucht er, einen Blick von ihr zu erhaschen. Bei einem Hafenfest befreit er sie sogar aus einer misslichen Lage, als Ulrik Quedens (Thure Linhardt) Stella belästigt.

Auch Stella ist zunehmend von dem jungen Mann angetan. Zufällig sieht er durchs Fenster, wie sich Stella umzieht. Als er von ihr entdeckt wird, raunt sie ihn an, um sich ein paar Minuten später bei ihm zu entschuldigen.

Stella Petersen (Julia Koschitz) ist eine etwas andere Englischlehrerin.

Stella Petersen (Julia Koschitz) ist eine etwas andere Englischlehrerin.

Gemeinsam fahren sie mit dem Boot aufs Meer hinaus, um Bojen zu postieren. Ein aufziehendes Unwetter zwingt beide, auf der nahe gelegenen Vogelinsel Unterschlupf zu suchen. Christian sieht seine Chance gekommen, allein mit der Frau seiner Träume Zeit zu verbringen, gleichzeitig ist er unsicher, ob er diese Gelegenheit auch wirklich nutzen soll. Stella jedoch nimmt ihm die Entscheidung ab und erwidert seinen flüchtigen Kuss.

Langsam kommen Christian (Jonas Nay) und Stella (Julia Koschitz) sich näher.

Langsam kommen Christian (Jonas Nay) und Stella (Julia Koschitz) sich näher.

Christian und Stelle lieben sich leidenschaftlich in der Hütte auf der einsamen Insel.. Fortan bewahren beide ein wohlgehütetes Geheimnis. „Wir sehen uns doch wieder?“ fragt Christian nach der Rückkehr aufs Festland. „Ja, morgen in der dritten Stunde.“, antwortet Stella und spürt, dass es wohl nicht dabei bleiben wird.

Stella versucht als Christians Klassenlehrerin, sich ihre Gefühle für ihn nicht anmerken zu lassen und behandelt ihn in der Schule mit Gleichgültigkeit. Gleichzeitig trifft sie sich weiter mit ihm heimlich am Nachmittag. Christian ist irritiert von Stellas Verhalten und stellt sie zur Rede. Stella erklärt Christian, dass sich an ihren Gefühlen für ihn nichts geändert hat, nur die Situation auch für sie neu ist, schließlich ist sie seine Lehrerin.

Mit Stella (Julia Koschitz) als strenger Lehrerin hat Christian (Jonas Nay) nicht gerechnet.

Mit Stella (Julia Koschitz) als strenger Lehrerin hat Christian (Jonas Nay) nicht gerechnet.

Trotz heimlicher Treffen der Beiden werden Freunde, Familienmitglieder und Schulleitung langsam misstrauisch. Christian schmiedet sogar schon Pläne für eine gemeinsame Zukunft.

Bei einem privaten Segeltörn wird Stella bei einem misslungenen Wendemanöver von einem Segelbaum schwer verletzt und über Bord geschleudert. Christian, der wie viele Fischer Zeuge des Unfalls wird, kann Stella zunächst aus dem Wasser retten und begleitet sie ins Krankenhaus.

Wird sie wieder aufwachen? Christian (Jonas Nay, r.) sorgt sich um Stella (Julia Koschitz, l.).

Wird sie wieder aufwachen? Christian (Jonas Nay, r.) sorgt sich um Stella (Julia Koschitz, l.).

Am nächsten Tag besuchen Christian und seine Mitschüler und Lehrer die schwer verletzte Stella im Krankenhaus, nicht ahnend, dass er sie zum letzten Mal sehen wird…

„Schweigeminute“ basiert auf der gleichnamigen Novelle des 2014 verstorbenen Schriftstellers Siegfried Lenz. Ursprünglich wollte Bernd Eichinger den Stoff fürs Kino verfilmen, nun haben ihn die Drehbuchautoren André Georgi, Claudia Kratochvil und Thorsten M. Schmidt fürs ZDF adaptiert. Schmidt führte darüber hinaus auch die Regie.

Herausgekommen ist eine zeitlos schöne Verfilmung. Anders als in der literarischen Vorlage ahnt der Zuschauer schon zu Beginn des Filmes, welch tragische Wendung die Handlung nehmen wird. Im Vordergrund steht jedoch die beginnende verbotene Liebe einer Lehrerin zu ihrem Schüler, misstrauisch beäugt von ihrem Umfeld.

Eine Liebe, die nicht sein darf: Unverhofft kommen sich der 18-jährige Christian (Jonas Nay) und seine neue Englischlehrerin Stella Petersen (Julia Koschitz) heimlich näher und entdecken eine Anziehung zueinander, deren Intensität beide überwältigt.

Eine Liebe, die nicht sein darf: Unverhofft kommen sich der 18-jährige Christian (Jonas Nay) und seine neue Englischlehrerin Stella Petersen (Julia Koschitz) heimlich näher und entdecken eine Anziehung zueinander, deren Intensität beide überwältigt.

Julia Koschitz und Jonas Nay spielen mit einer bewundernswerten Intensität, ohne ihre Rollen zu überzeichnen. Jonas Nay als jungerwachsener Liebhaber, hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen. Nicht der Rebell und nicht der Naivling.

Christian (Jonas Nay).

Christian (Jonas Nay).

Julia Koschitz wirkt manchmal so zerbrechlich, dass es ans Herz geht. Manchmal reicht ein kurzer Blick oder Augenaufschlag – allein dadurch signalisiert sie mal die sanfte Verführerin, die sich ihrer Wirkung auf die Männer bewusst ist, oder die kühl Berechnende, die genau weiß, wie verboten und von der Gesellschaft geächtet Stellas Liebe zu Christian ist.

Stella (Julia Koschitz).

Stella (Julia Koschitz).

Geprägt wird die Handlung auch von den Landschaftsaufnahmen, die Kameramann Hannes Hubach zu verantworten hat. Viele Aufnahmen entstanden auf der dänischen Insel Bornholm. Seien es die dunklen aufziehenden Wolken und hohen Wellen, strahlender Sonnenschein, romantisch gelegene verborgene Strände oder endlose Ferne bis zum Horizont – es sind atmosphärische Bilder, die Hubach da zaubert. Und manchmal vermitteln die Bilder den Look der Filme der 50er-Jahre.

Christian (Jonas Nay) und Stella (Julia Koschitz) genießen die Zeit zu zweit. Sie dürfen dabei nur nicht entdeckt werden.

Christian (Jonas Nay) und Stella (Julia Koschitz) genießen die Zeit zu zweit. Sie dürfen dabei nur nicht entdeckt werden.

Passend zum Film der Soundtrack: Neben dem eigentlichen Score von Gert Wilden jr. hört man einige Klassiker wie Bobby Darins „Beyond the sea“ oder „Diana“ von Paul Anka. „Scarborough Fair“ von Simon & Garfunkel, ein Lied über ein Liebespaar, das wieder zueinander finden will, gewinnt im Laufe des Filmes sogar eine besondere Bedeutung.

Spektakulär und fast schon rührend das Ende des Filmes. Stella und Christian für eine kurzen Moment wieder vereint – in einer grandiosen Einstellung, gefilmt unter Wasser. Wie eine Meerjungfrau, die sich von ihrem Liebsten verabschiedet, küssen sich ein letztes Mal Stella und Christian, bevor sie ihn für immer verlassen muss…

„Schweigeminute“ ist ein melancholisch-berührender Film, fernab jeglicher Klischees, den Zeitgeist der späten 50er Jahre widerspiegelnd mit zwei wunderbaren, gefühlvoll spielenden Darstellern.

Die Rollen und ihre Darsteller

Christian Voigt – Jonas Nay
Stella Petersen – Julia Koschitz
Wilhelm Voigt – Uwe Preuss
Jürgen Kugler – Johannes Allmayer
Frauke Bruns – Henny Reents
Johann Petersen – Hermann Beyer
Ulrik Quedens – Thure Lindhardt
Jutta Voigt – Nina Petri
Block – Alexander Held

CREW

Produzent: Oliver Berben
Produzentin: Sarah Kirkegaard
Regie: Thorsten Schmidt
Redaktion: Günther van Endert, Stefanie von Heydwolff
Herstellungsleitung: Dieter Salzmann
Kamera: Hannes Hubach
Drehbuch: André Georgi, Claudia Kratochvil, Thorsten Schmidt
Produktionsleitung: Roman Gustke
Ausstattung: Jérôme Latour
Kostümbild: Riccarda Merten-Eicher
Maske: Britta Balcke, Mike Reinecke
Schnitt: Andreas Althoff, Margit Wiltschko
Musik: Gerd Wilden Jr.
Zusätzliche Musik: Olaf Taranczewski
Casting: Mai Seck

Copyright für alle Fotos: ZDF / Hannes Hubach

Mitten in Deutschland: NSU

Mit der Spielfilm-Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“ versucht Das Erste, sich dem Thema „rechtsextremer Terror“ zu nähern.

Aus drei verschiedenen Blickwinkeln – dem der Täter, dem der Opfer und dem der Ermittler – will die Gemeinschaftsproduktion von WDR, SWR, BR, MDR und ARD Degeto Antworten finden auf die Frage, wie es soweit kommen konnte, daß zehn Morde, mehrere Sprengstoffanschläge und mindestens 15 Raubüberfälle jahrelang nicht aufgeklärt wurden, obwohl die Täter im Visier der Ermittler waren. Wie groß ist das Versagen der zuständigen Ermittlungsbehörden? Und wie konnte es überhaupt zur Radikalisierung der 3 Haupttäter Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos kommen?

Die Handlung der Trilogie basiert auf jahrelangen Recherchen, Materialien der Untersuchungsausschüsse, Zeugenbefragungen. Der zweite Teil basiert zudem auf dem Buch „Schmerzliche Heimat“ von Semiya Simsek. Ihr Vater war das erste Mordopfer. Mit dem Schreiben des Buches versuchte Semiya Simsek, die Geschehnisse zu verarbeiten.

Für die Umsetzung des Stoffes konnten mit Züli Aladag, Florian Cossen und Christian Schwochow herausragende Regisseure gewonnnen werden, die zugleich Teile ihrer eigenen Geschichte in die Filmgeschichte einbringen.

Auch die Haupt- und Nebenrollen wurden namhaft besetzt. So agieren u.a. Tom Schilling, Florian Lukas, Ulrich Noethen, Sylvester Groth, Andrè M. Hennicke und vor allem Anna Maria Mühe in der Rolle der Beate Zschäpe vor der Kamera.

Produzenten sind Gabriela Sperl, Quirin Berg und Max Wiedemann.

Folge 1: Die Täter – Heute ist nicht alle Tage

Regie: Christian Schwochow
Darsteller: Anna Maria Mühe, Albrecht Schuch, Sebastian Urzendowsky, Nina Gummich

Albrecht Schuch, Anna Maria Mühe, Sebastian Urzendowsky, Christian Schwochow

Albrecht Schuch, Sebastian Urzendowsky, Anna Maria Mühe und Regisseur Christian Schwochow

Folge 2: Die Opfer – Vergesst mich nicht

Regie: Züli Aladag
Darsteller: Almila Bagriacik, Tom Schilling, Andrè M. Hennicke, Orhan Kilic

Andre M. Hennicke, Züli Aladag, Almila Bagriacik, Tom Schilling

Andre M. Hennicke, Regisseur Züli Aladag, Almila Bagriacik, Tom Schilling

Folge 3: Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch

Regie: Florian Cossen
Darsteller: Florian Lukas, Liv Lisa Fries, Sylvester Groth, Florian Stetter, Alexander Beyer, Anna Brüggemann, Christian Berkel, Ulrich Noethen

Florian Cossen, Florian Stetter, Sylvester Groth, Alexander Beyer

Regisseur Florian Cossen, Florian Stetter, Sylvester Groth, Alexander Beyer

Geplante Ausstrahlungstermine:

30.März 2016 – 20:15 Uhr
04.April 2016 – 20:15 Uhr
06.April 2016 – 20:15 Uhr

Abgerundet wird das Projekt von der Dokumentation „Der NSU-Komplex – Die Rekonstruktion einer beispiellosen Jagd“ (Ausstrahlung 06. April 2016 im Anschluß an Folge 3)

Tatort: „Der große Schmerz“ / „Fegefeuer“

Das Erste

Erstausstrahlungen 01.01.2016 und 03.01.2016

Was war das für ein mediales Rauschen im Blätterwald, als bekannt wurde, daß Deutschlands Liebling Nr. 1, Helene Fischer, in Til Schweigers neuem Tatort mitspielen soll. Was genau, blieb lange geheim. Bekannt wurde nur, daß sie als Auftragskillerin die Gegenspielerin von Nick Tschiller (Til Schweiger) ist.

Hamburgs LKA-Beamter Nick Tschiller führt immer noch seinen Privatkrieg gegen den Anführer des Astan-Clans. Der soll in die JVA Landshut überstellt werden. Zeitgleich werden Tschillers Tochter Lenny (völlig talentfrei: Luna Schweiger) und seine Ex-Frau Isabell (Stefanie Stappenbeck) gekidnappt. Die Entführer fordern, daß Tschiller Firat Astan (Erdal Yildiz) während der Überführung befreit und anschließend an sie ausliefert.
Natürlich will Tschiller wissen, wer hinter der Aktion steckt. Um das zu erfahren, ist ihm jedes Mittel recht. Bei seinem Rachefeldzug verschont er weder Freund noch Feind: Tschiller trickst das Begleit-MEK aus, lenkt Astans Gefolgsleute ab (die an der Befreiungsaktion teilnehmen sollten), schlägt seinen Partner Yalcin Gümer (Fahri Yardim) K.O, schnappt sich Astan und taucht ab. Sein Vorgesetzter Petretti (Tim Wilde) sowie Staatsanwältin Hanna Lennerz (Edita Malovcic) werden nervös, scheint doch Tschiller so langsam die Kontrolle zu verlieren. Auch der neue Innensenator Revenbrook (Arnd Klawitter) scheint etwas verbergen zu wollen, will er doch unbedingt, daß Tschiller Astan erschießt.

Nick Tschiller (Til Schweiger, li.) und Firat Astan (Erdal Yildiz, re.)
Bild: NDR/Gordon Timpen

Yalcin und Kollegin Ines Kallwey (Britta Hammelstein) ermitteln im Hintergrund weiter und können herausfinden, daß sich Leyla, eine von Astan auf Tschiller angesetzte Killerin (Helene Fischer), auf einem Schiff befindet. Yalcin Gümer entdeckt dort auch Tschillers Frauen. Als Tschiller mit Astan im Schlepptau im Versteck erscheint, eskaliert die Situation. Bei einem Feuergefecht werden Isabell angeschossen und Yalcin erschießt Leyla.

In der Fortsetzung „Fegefeuer“ hat Tschiller immer noch Astan in seiner Gewalt. Terroristen überfallen das „Tagesschau“-Nachrichtenstudio und nehmen Geiseln (u.a. Sprecherin Judith Rakers). Tschiller soll Astan zu einem Übergabeort bringen, dann werden die Geiseln freigelassen.
Inzwischen hat aber Revenbrook alle Polizeibeamte auf Nick Schiller angesetzt. Plötzlich will der Innensenator, daß Astan am Leben bleibt und den Geiselnehmern überstellt wird.
Gümer und Kallwey finden heraus, daß Leyla als junges Mädchen zwangsprostituiert und von Revenbrook zu perversen Sexspielen mißbraucht wurde. Astans Aussage könnte Revenbrook zu Fall bringen, deshalb hat sich Revenbrook mit den Hintermännern der Geiselnahme im Studio eingelassen.
Tschiller und Astan liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Geiselnehmern. Außerdem versucht Astan immer noch zu fliehen, allerdings braucht er vorher noch Tschillers Hilfe, um an gewisse Dokumente zu gelangen.

Was hatte man sich in den 80er Jahren über Ruhrpott-Kommissar Horst Schimanski aufgeregt: zuviele Alleingänge, Missachtung der Dienstvorschriften, Überschreitung der Dienstbefugnisse. Gegen Tschiller war Schimanski ein vorbildlicher Beamter. In seiner ganzen Dienstzeit hatte Schimmi weniger Tote als Tschiller in dieser „Tatort“-Doppelfolge.
Schweigers Tschiller präsentiert sich als Mischung aus John McCaine (Bruce Willis in den „Stirb Langsam“-Filmen) und Jack Bauer (Kiefer Sutherland in „24“), ohne den Beiden auch nur annähernd das Wasser reichen zu können. Auch die Handlung ist völlig unrealistisch. Tschiller wird mit Waterboarding gefoltert, rammt frontal mit seinem Auto einen Lieferwagen, wird fast erdrosselt und bekommt ein Messer in den Rücken gerammt. Von den unzähligen Gegnern mit automatischen Waffen mal abgesehen. Tschiller putzt sich mal schnell das Blut aus dem Gesicht, steht auf und rennt weiter, als wäre nichts geschehen.

Aleksej (Sascha Reimann, re.), Pjotr (Raphael Domanski, 3.v.l.) und Lev (Janos Tiborcz, li.) foltern den immer noch schweigsamen Tschiller (Til Schweiger, 2.v.l.). "Bild: NDR/Gordon Timpen"

Aleksej (Sascha Reimann, re.), Pjotr (Raphael Domanski, 3.v.l.) und Lev (Janos Tiborcz, li.) foltern den immer noch schweigsamen Tschiller (Til Schweiger, 2.v.l.).
Bild: NDR/Gordon Timpen

Eine Spur der Verwüstung zieht sich durch Hamburg und niemand will (oder kann) ihn aufhalten? Und in einer Kommando-Aktion des russischen Inlandsgeheimdienstes kann mal so eben auf einer Straße in Hamburg ein Hubschrauber mit schwer bewaffneten Elitekämpfern landen, ohne daß es jemand mitbekommt?
Tschiller ballert mit allem und auf alles, was ihm vor die Flinte kommt – mal mit Pistole, mal mit MPi, mal mit Panzerfaust. Und bekämpft – mit einer Hand an einen Stuhl gefesselt – drei Ganoven (u.a. Sänger Ferris MC) mit einer Kreissäge.

Tschiller (Til Schweiger) jenseits von Gut und Böse. "Bild: NDR/Gordon Timpen"

Tschiller (Til Schweiger) jenseits von Gut und Böse.
Bild: NDR/Gordon Timpen

Als Actionfilm wäre „Der große Schmerz“ / „Fegefeuer“ durchaus großes Kino, als Tatort-Folgen ist das einfach nur großer Mist.

Und Helene Fischer? Mit dunkler Perücke, grünen Kontaktlinsen, einem starren Blick und ein paar wenigen im russischen Dialekt gesprochen Worten gibt sie eine Leyla ab, die auch jede Filmstudentin im ersten Studienjahr besser hätte spielen können. Daß sie den Filmtod stirbt (leider viel zu spät), ist nur zu gerecht. Und, oh Schreck, die ideale Schwiegertochter nimmt das böse F-Wort in den Mund. Einigen Helene-Fischer-Fans der älteren Jahrgänge dürften spätestens bei dieser Szene die Kinnladen runtergeklappt sein!

ARD/NDR TATORT: DER GROßE SCHMERZ, am Freitag (01.01.16) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Leyla (Helene Fischer) hat noch eine Rechnung mit Firat Astan offen. © NDR/Gordon Timpen, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung bei Nennung "Bild: NDR/Gordon Timpen" (S2). NDR Presse und Information/Fotoredaktion, Tel: 040/4156-2306 oder -2305, pressefoto@ndr.de

Leyla (Helene Fischer) hat noch eine Rechnung mit Firat Astan offen.
Bild: NDR/Gordon Timpen

Til Schweiger nuschelt sich durch die Handlung, auch Erdal Yildiz ist nicht immer zu verstehen. Hat man versehentlich während der Dreharbeiten den Tonmann gleich mit erschossen?

Yalcin Gümer (Fahri Yardim) hofft darauf, Lenny und Isabella zu finden. Bild: NDR/Gordon Timpen

Yalcin Gümer (Fahri Yardim) hofft darauf, Lenny und Isabella zu finden.
Bild: NDR/Gordon Timpen

Einziger Lichtblick in diesem – na gut, nennen wir es ruhig Actionkracher – ist Fahri Yardim. Er ist die einzige coole Sau in diesem „Tatort“ und sollte seine eigenen „Tatort“-Folgen bekommen! Nick Tschiller dagegen gehört aus dem Dienst entlassen (oder zumindest in den Innendienst, am Besten zum Akten archivieren, versetzt).
Aber es ist zu befürchten, daß uns dieser Möchtegern-Weltretter weiter belästigt. Wenigstens ist Helene aus dem Spiel….

Helene Fischer ist Leyla Bild: NDR/Gordon Timpen

Helene Fischer ist Leyla
Bild: NDR/Gordon Timpen

 

Dreharbeiten zu „Wolfsland“ in Görlitz

Bis Mitte August laufen in Görlitz und Umgebung noch die Dreharbeiten zu einem neuen Krimiformat, welches der MDR und die ARD Degeto in Auftrag gegeben haben. „Wolfsland“, so der Arbeitstitel. Regie führt Andrè Erkau, die Hauptrollen spielen Yvonne Catterfeld („GZSZ“, „Das Mädchen auf dem Meeresgrund“) und Götz Schubert („Der Turm“, „Unsere Mütter, unsere Väter“).

Wolfsland 02Auf einer improvisierten Pressekonferenz am Filmset in Kodersdorf, OT Wiesa gaben Schauspieler, Regisseur und Produzentin einen Ausblick auf den Film, der im Frühjahr 2016 im Ersten zu sehen sein wird.

„Wolfsland“ ist ein genreübergreifender Krimi, wobei der Filmtitel durchaus mehrdeutig ist.

„Butsch“ (Götz Schubert) ist leitender Hauptkommissar bei der Görlitzer Kripo, Kommissarin Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) flieht aus privaten Gründen aus Hamburg und versucht in Görlitz einen Neuanfang.

„Butsch ist ein Görlitzer Urgestein, der mit einer wechselhaften Biografie groß geworden ist“, beschreibt Götz Schubert seine Figur. „Seine Ermittlungsmethoden sind ziemlich unkonventionell. So, wie er ermittelt, weiß man nie, ist er nun dusselig, schlägt er über die Stränge oder hat er einfach nur die richtige Nase für den Fall. Ihm passieren zu viele Fehler. Die Richtung, die er einschlägt, ist aber meistens richtig und er kommt ans Ziel!“

Für Viola Delbrück ist „Butsch“ eine echte Herausforderung. „Sie muß sich von ihm vieles gefallen lassen und versucht ständig, ihre Fassung zu wahren. Aber sie hängt an ihm wie eine Klette und fordert sich so seinen Respekt ein“, fasst Yvonne Catterfeld ihre Rolle zusammen.

In ihrem ersten gemeinsamen Fall bekommen es die beiden Kommissare mit einem jungen deutsch-polnischen Paar zu tun, das auf seiner Flucht Tod, Angst und Zerstörung hinterläßt. Bei der Jagd auf „Marke“ und Jenni werden Butsch und Delbrück selbst zu Gejagten….

„Wolfsland“ wird mysteriös – und mystisch. „Es wird einen echten Wolf geben, und wir spielen mit den Mythen dieser Region“, verspricht Produzentin Jutta Müller. Man wird nie wissen, was ist Realität und was ist vielleicht nur geträumt oder in der Wahrnehmung der Figuren.

Gedreht wird an mehreren Orten in „Görliwood“, das sich durch mehrere oskarprämierte Hollywood-Produktionen einen besonderen Ruf erarbeit hat. Das von Hollywood bevorzugte Jugendstil-Kaufhaus spielt bei „Wolfsland“ keine Rolle. „Wir erzählen Görlitz als Görlitz und verzichten auf die inszenierten Kulissen!“, so Jutta Müller. Deshalb wird auch am Unter- und Obermarkt und in verschiedenen Wohnungen gedreht.

Götz Schubert ergänzt: „Es ist schön, daß es noch solche Ecken wie hier in Görlitz gibt, die als Filmkulisse unverbraucht sind. Man wird von den Menschen freundlich empfangen, es ist angenehm, hier zu drehen!“

Ob und welches Geheimnis die beiden einsamen Wölfe Butsch und Viola haben und welche Rolle der echte Wolf spielt, ließen sich die Macher von „Wolfsland“ nicht entlocken!

Wolfsland 01

v.l.n.r.: Julius Nitschkoff (Marke), Yvonne Catterfeld (Viola Delbrück), Götz Schubert („Butsch“), Emma Drogunova (Jenni)

Bornholmer Straße

Das Erste
Erstausstrahlung: 05.11.2014

Die Geschichte ist bekannt: Am 9. November 1989 holt SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski während einer Pressekonferenz einen Zettel aus der Tasche und verkündet beiläufig das Ende der DDR-Grenzkontrollen. Kurze Zeit später steht die halbe DDR an den Grenzübergangstellen und begehrt einen Blick in den goldenen Westen. Zu dumm nur, dass man den dortigen Grenzposten keine Anweisungen erteilt hat, wie sie mit der völlig neuen Situation umzugehen haben. Als der Druck der Massen immer stärker wird, entschließt sich Grenzoffizier Harald Jäger, an seinem Grenzübergang „Bornholmer Straße“ den Schlagbaum zu öffnen, ohne zu ahnen, dass er mit dieser Aktion Weltgeschichte schreibt…

25 Jahre später versuchen UFA Fiction, MDR, ARD Degeto und RBB, dieses historische Ereignis fiktional zu verarbeiten. In der Vergangenheit gab es immer mal Höhen und Tiefen, wenn es um filmische Vergangenheitsbewältigung geht. Den wenigen positiven Ergebnissen wie „12 heißt Ich Liebe Dich“ stehen auch einige weniger gelungene Produktionen wie „Weissensee“ oder der ZDF-Film „Das Wunder von Berlin“ gegenüber, die es mit Logik und Detailtreue nicht so genau nehmen!

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Da staunen die Genossen…
Bild: MDR/UFA FICTION/Nik Konietzny
Quelle: MDR/HA Kommunikation

„Bornholmer Straße“ wurde schon im Vorfeld hochgelobt als „emotionale Fernsehunterhaltung“ mit besonderer Erzählstruktur und einer „neuen Tonalität“ (Zitate laut Presseheft). Ernsthaft und zugleich humorvoll soll der Film sein.
Herausgekommen ist eine Mischung aus Persiflage und Drama. Die echten Grenzsoldaten, die durch ihr besonnenes Handeln mit dazu beitrugen, dass der Mauerfall ohne Blutvergießen in die Geschichte eingeht, werden sich bedanken, denn in vielen Szenen werden sie zu Witzfiguren der Geschichte degradiert, die sich zunächst erst einmal auf die Jagd nach einem vierbeinigen „Grenzverletzer“ machen. Ein kleiner Hund hatte es gewagt, die Grenzanlagen der DDR unerlaubt zu passieren. Parteisekretär Ulli Rotermund (Milan Peschel), ein Paragrafenreiter vor dem Herrn, nimmt sich der Sache an, sieht er doch in dem kleinen Gesellen eine reale Bedrohung für die Republik. Als wäre er damit nicht schon ausgelastet, futtern ihm die anderen Genossen auch noch seine Kekse weg.
Sicherheitsoffizier Burkhard Schönhammer (gespielt von Max Hopp) will die ganze Angelegenheit mit seiner „Lilly“, einem Scharfschützengewehr, beenden, kriegt aber das große Weinen, als die Meute ihm an die Wäsche will. Und Zollrat Michael Krüger (Robert Gallinowski) rettet sich in die Arme seiner Mutter (Margit Bendokat), die am Grenzübergang für die Pausenversorgung der Soldaten zuständig ist.

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Die Menschenmenge rückt immer näher an den Schlagbaum an der Grenzübergangsstelle Bornhomer Straße. Harald Schäfer (Charly Hübner) ahnt schon, dass er bald eine Entscheidung treffen muss.
Bild: MDR/Nik Konietzny
Quelle: MDR/HA Kommunikation

Oberstleutnant Harald Schäfer (Charly Hübner, dessen Protagonist dem wahren Harald Jäger nachempfunden ist) hat mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen und ruft alle paar Minuten bei seinem Vorgesetzten Oberst Kummer (grandios: Ulrich Matthes) an, um zu erfahren, ob es denn mal einen Befehl gibt. Kummer wiederum wartet selber auf eine Anweisung von ganz oben und ist dem Wahnsinn nahe, weil er auch nicht weiß, was er machen soll. Um Schäfer erst mal zu besänftigen, gibt Kummer ihm den Befehl, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen und die größten Schreihälse ausreisen zu lassen, nicht ohne vorher den Personalausweis ungültig zu stempeln, damit die Bürger nicht mehr zurück in die DDR können. Schäfer und seine Genossen freuen wie kleine Kinder und tanzen im Wachlokal, dass sie endlich einen Befehl bekommen haben.Vollends zur Satire wird „Bornholmer Straße“, als der Botschafter aus Mosambik in die DDR einreisen will, von Schusters Magen-Darm-Problemen erfährt und durch Handauflegen Schäfer kuriert.

Und dann ist da noch die obligatorische Liebesgeschichte, ohne die heutzutage wohl keine zeitgeschichtliche Verfilmung mehr auskommt. Oberfeldwebel Axel Hoffmann (Ludwig Trepte) macht seinen Dienst vor dem Schlagbaum, als plötzlich seine Freundin mit dem ach so typisch ostdeutschen Namen Melitta (Jasma Fritzi Bauer) auftaucht. Sie reiht sich in die Menschenmenge ein und fordert wie alle anderen „Macht das Tor auf!“. Als auch Melitta die Möglichkeit hat, auszureisen, weigert sich Axel Hoffmann, die Tür zum Ausreisepunkt zu öffnen – weiß er doch, dass Melitta nicht mehr zurück kommen darf und seine große Liebe für immer im Westen bleiben muss
Sein Glück ist, dass Oberstleutnant Schäfer irgendwann dem Druck der Massen nachgibt und den Schlagbaum öffnet. Der Rest ist Geschichte und wird durch das Abschalten der Monitore im Lagebüro noch einmal deutlich vor Augen geführt.

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Manfred (Thorsten Merten) Monika (Ursula Werner); Ines (Katharina Lorenz) und Melitta (Jasna Fritz Bauer) fordern vor dem Grenzübergang mit vielen anderen die Öffnung des Schlagbaums und warten auf eine Reaktion der Grenzsoldaten.
Bild: MDR/Nik Konietzny
Quelle: MDR/HA Kommunikation

Christian Schwochow führte bei „Bornholmer Straße“ Regie und verfilmte das Drehbuch seiner Eltern Heide und Rainer Schwochow, die 1989 an genau diesem Grenzübergang Zeugen der Ereignisse wurden. Das grandiose Darstellerensemble (in weiteren Rollen sind u.a. Ursula Werner, Frederick Lau, Hermann Beyer und Thorsten Merten zu erleben) rettet den Film. Charly Hübner kommt wie ein tapsiger Bär daher, strahlt dabei Autorität und Verletzlichkeit zugleich aus.
Ulrich Matthes überzeugt als Oberst Kummer, der von seinen Vorgesetzten allein gelassen wird und sich dem Alkohol zuwendet, um sich die aufkommende Krise schön zu trinken.

Ganze Arbeit leisteten die Maskenbilder um Wolfgang Böge. Hilmar Eichhorn als General Werner Geiger war Erich Mielke, dem Vorbild des Filmcharakters, wie aus dem Gesicht geschnitten.

Fazit: „Bornholmer Straße“ hält nicht, was im Vorfeld versprochen wurde, weil sich die Verantwortlichen nicht entscheiden konnten, ob es nun eine Komödie oder eine detailgetreue Verfilmung eines zeitgeschichtlichen Ereignisses werden soll. Die realen Akteure, die im Film eher zu weinerlichen Antihelden gemacht werden, bewiesen 1989 mehr Mut.

Besuch am Set von „Weissensee“

In Berlin und Umgebung laufen derzeit die Dreharbeiten zur dritten Staffel von „Weissensee“, eine der wichtigsten Serien von ARD in Verantwortung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).

Pressetermin am Set von "Weissensee", 04.11.2014

Der Hauptcast am Set „Stasi-Zentrale“ zusammen mit Roland Jahn (Leiter Stasi-Behörde, 2.v.l), Produzentin Regina Ziegler (3.v.l. im lila Kostüm ), Regisseur Friedemann Fromm (hintere Reihe, in Schwarz) und Jana Brandt (MDR, ganz rechts)

Die mit zahlreichen Preisen honorierte Serie nimmt nach Aussagen von Regina Ziegler, Produzentin von „Weissensee“, ihren Weg durch die Welt: „Kürzlich liefen wir in New York im Museum of Modern Art, auch Schweden und Russland strahlten die Serie aus. Im italienischen Fernsehen RAI lief ‚Weissensee“ in diesem Sommer mit Höchstquoten.“

Pressetermin am Set von "Weissensee", 04.11.2014

General Hans Kupfer (Uwe Kockisch) mit seiner Frau Marlene (Ruth Reinecke, links) und Dunja Hausmann (Katrin Saß)

Die dritte Staffel beleuchtet den Zeitraum zwischen dem 9. November 1989 (Fall der Mauer) und dem 15. Januar 1990 (Sturm auf die Stasi-Zentrale in Berlin). Für die Film-Familien Kupfer und Hausmann ändert sich Einiges. Was in der zweiten Staffel Brüche bekam, zerfällt in der neuen Staffel endgültig. Gleichzeitig machen sie die Protagonisten bereit für einen neuen Aufbruch.

Für Regina Ziegler, Regisseur Friedemann Fromm und Jana Brandt (ausführende Produzentin MDR) ist es eine große Genugtuung, daß die hochkarätige Besetzung zusammengehalten werden konnte.

Pressetermin am Set von "Weissensee", 04.11.2014

Die Journalistin Katja Wiese (Lisa Wagner) und Marin Kupfer (Florian Lukas)
(C) für alle Fotos: Thori, 2014

Das Schauspielerensemble wurde geringfügig geändert, um die Handlung weiter voran zu treiben. So kämpft Martin Kupfer (gespielt von Florian Lukas) mit Hilfe der westdeutschen Journalistin Katja Wiese (Lisa Wagner) um seine Tochter Anna, die inzwischen in Westberlin lebt. Dunja Hausmann (Katrin Saß) und Vera Kupfer (Anna Loos) schließen sich der Bürgerrechtsbewegung in der DDR an, um das Land demokratisch umzugestalten. Auch Familienoberhaupt General Hans Kupfer (Uwe Kockisch) tritt für Dialog und Verständigung ein, während sein Sohn Falk (Jörg Hartmann) mit anderen Hardlinern die Kontrolle im Land behalten will und bereit ist, dafür alles zu tun.

Geplant ist die Ausstrahlung der dritten Staffel „Weissensee“ im Herbst 2015.

Drehstart für die neuen Berliner Tatort-Kommissare

Pressetermin des RBB mit Meret Becker und Mark Waschke in Berlin, 04.11.2014In der Hauptstadt begannen die Dreharbeiten für den neuen Tatort des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Das Drehbuch schrieb Stefan Kolditz, Regie führt Grimme-Preisträger Stephan Wagner.

Bei einem Pressetermin vor dem „Zoo-Palast“ präsentierten sich am 4. November die beiden neuen Tatort-Kommissare Meret Becker und Mark Waschke den anwesenden Journalisten sowie zahlreichen schaulustigen Passanten.

In ihrem ersten Fall ermitteln die beiden Kommissare Nina Rubin (gespielt von Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) im Milieu obdachloser Jugendlicher. Eine leere Ferienwohnung entpuppt sich als blutiger Tatort, nur von der Leiche fehlt jede Spur. Die Geschwister Jo und Ronny, die untergetaucht sind, könnten die passenden Hinweise zum Tathergang geben. Rubin und Karow machen sich im Wettlauf gegen die Zeit auf die Suche nach den Beiden….

Gedreht wird u.a. am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER), am Bahnhof Zoo, im Plänterwald sowie in Mitte, Kreuzberg und Wilmersdorf.

Geplant ist die Ausstrahlung im Frühjahr 2015.Pressetermin des RBB mit Meret Becker und Mark Waschke in Berlin, 04.11.2014

(c) für alle Fotos: Thori, 2014

Verrückt nach Emma

Erstausstrahlung: 10. März 2008, 20:15 Uhr

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VerrŸückt nach Emma

Anja Kling spielt in „Verrückt nach Emma“ eine ehemalige Gefängnisinsassin, die das Leben ihres Bewährungshelfers Franz Berger komplett durcheinander bringt.
© ZDF/Volker Roloff (Quelle: ZDF)

Franz Berger (Armin Rohde) ist Bewährungshelfer und kümmert sich Tag und Nacht um seine Klienten. Darunter leidet nicht nur sein Schreibtisch, auf dem sich die Akten stapeln, sondern auch seine Familie. Kein Wunder, daß Franz langsam die Kontrolle verliert, zumal sich seine Kundschaft an die Tochter (Jil Funke) ranmacht oder den Deckel in der Stammkneipe nicht mehr bezahlen kann. Und sein Chef (Arnfried Lerche) droht mit der Versetzung in die hinterste Provinz.

Da kommt die frisch aus dem Knast entlassene Emma Schulze (Anja Kling) zum völlig unpassenden Zeitpunkt! Was Franz bis dahin noch gar nicht weiß: Emma ist zwar eine liebenswerte Person, aber eine wandelnde Katastrophe, ein „menschgewordener Tornado“, eine Gefahr für ihre Umwelt. Und entlassen wurde sie nur, weil das Aufsichtspersonal verletzungsbedingt immer weniger und die Schäden im Gefängnis immer größer werden.

Daß Franz mit Emma überfordert ist, merkt er erst, als sie bei ihm einziehen muß – und seine Frau (Anica Dobra) auszieht. Emma gibt sich wirklich Mühe – kann ja mal passieren, daß der Wellensittich im Staubsauger verschwindet…

Es gibt nur eine Lösung für Franz: Emma muß wieder raus aus der Wohnung. Dummerweise plant sie ihren Neuanfang mit einem Banküberfall. Und ehe Franz das Schlimmste verhindern kann, steckt er selber mit drin und ist mit Emma auf der Flucht vor der Polizei. Und damit fangen Franz‘ Probleme erst so richtig an.

Wer meint, das ist erst der Auftakt für eine rasante Komödie, kommt zu spät, denn gleich von Beginn an geht es zur Sache. Mr. Chaos trifft Mrs. Katastrophe. Ein „Zwischenfall“ jagt den nächsten, der Film hat Tempo und vor allem viel Humor, manchmal hart an der Grenze zum Slapstick.

Armin Rohde spielt einen Mann, der kurz vorm Explodieren ist. Ein Mann mit viel Herz, großer Schnauze, viel Hektik und immer kurz vorm Herzinfarkt. Ein spielfreudiger Schauspieler in Höchtform, assistiert von einer gleichwertigen Anja Kling und umgeben von gut aufgelegten Schauspielkollegen. Neben Rohde und Kling spielen Anica Dobra die schöne, aber frustrierte Ehefrau von Franz, Peter Franke (der Sepp Herberger im „Wunder von Bern“) als Polizeichef, der als Einziger den Durchblick behält, und Ingo Naujoks als Emmas Ex, der ungewollt von Franz und Anna ausgetrickst wird und plötzlich der Hauptverdächtige im Banküberfall ist.

Eine kleine aber feine Rolle blieb für Waldemar Kobus übrig, der einen ziemlich trinkfesten Ex-Knacki spielt. Und wer genau hinschaut, entdeckt auch Elena Uhlig („Alles auf Zucker“, „Mit Herz und Handschellen“) in einer Gastrolle.

Das ganze Tohuwabohu wird umrahmt von einem fetzigen Soundtrack mit ein paar lange nicht mehr gehörten Klassikern der Rockgeschichte.

90 unterhaltsame Minuten – mehr kann man vom Montagsfilm des ZDF nicht erwarten.

Die Rollen und ihre Darsteller

Emma Schulze – Anja Klink
Franz Berger – Armin Rhode
Bernd – Ingo Naujoks
Marianne Berger – Anica Dobra
Finn – Max Wächter
Ina – Jil Funke
Gregor Gruber – Peter Franke

Stab

Regie: Ulrich Zrenner
Drehbuch: Christian Schnalke
Kamera: Johannes Kirchlechner
Szenenbild: Pierre Pfundt
Originalmusik: Ludwig Eckmann

Dieser Artikel wurde erstmals am 03.03.2008 auf Zelluloid kleinveröffentlicht.