Interaktiver Film „Auf der Suche“ kann getestet werden

Auf der Suche Making Of

(c) KonturPROJEKT

Erik Schieskos neuester Streich, der interaktive Spielfilm „Auf der Suche„, befindet sich in der Endphase, was Produktion und Programmierung betrifft.

Im Rahmen des Filmfestivals Cottbus, wo das Projekt in der Sektion „Specials“ an den Start geht, können Interessierte schon mal einen kurzen Ausschnitt aus dem Film sehen und sind anschließend zur Interaktion mit einer B-Version des Filmes eingeladen.

Am 03. November um 17:00 Uhr geben Regisseur Erik Schiesko, Hauptdarsteller Leander Linz, Programmierer Robert Baruck und Spieldesigner Olaf Pöschk in der Kammerbühne Cottbus in einer Art „Making Of“ Einblicke in die Dreharbeiten und erläutern, wie das interaktive Konzept umgesetzt wurde.

„Auf der Suche“ ist ein Spiel-Film oder Film-Spiel. Darin kommt ein junger Reporter einer Verschwörung auf die Schliche. Er findet in einem Archiv einen Artikel aus den 80er Jahren, welcher seinen Tod beschreibt. Auf der Suche nach der Wahrheit deckt der Held nach und nach die Geschichte einer verflossenen Liebe auf, die für sein eigenes Schicksal verantwortlich scheint.

Der Zuschauer bzw. Spieler hilft dabei, den mysteriösen Vorfall aufzuklären. Er muß sich durch die Kulissen klicken, um Hinweise für die Lösung zu erhalten. Neben den interaktiven Sequenzen gibt es auch immer wieder kurze Filmeinspieler, die die Handlung vorantreiben und wichtige Hintergrund-Informationen geben.

Die Filmsequenzen wurden komplett in der Lausitz gedreht. Neben Nachwuchsdarstellern agieren auch gestandene Schauspieler wie Ronne Noack, Mathias Heine oder Laura Maria Hänsel vor der Kamera.

Feierliche Premiere von „Auf der Suche“ wird am 22. Januar 2016 um 20:00 Uhr im WELTSPIEGEL Cottbus sein.

Dreharbeiten zu „Wolfsland“ in Görlitz

Bis Mitte August laufen in Görlitz und Umgebung noch die Dreharbeiten zu einem neuen Krimiformat, welches der MDR und die ARD Degeto in Auftrag gegeben haben. „Wolfsland“, so der Arbeitstitel. Regie führt Andrè Erkau, die Hauptrollen spielen Yvonne Catterfeld („GZSZ“, „Das Mädchen auf dem Meeresgrund“) und Götz Schubert („Der Turm“, „Unsere Mütter, unsere Väter“).

Wolfsland 02Auf einer improvisierten Pressekonferenz am Filmset in Kodersdorf, OT Wiesa gaben Schauspieler, Regisseur und Produzentin einen Ausblick auf den Film, der im Frühjahr 2016 im Ersten zu sehen sein wird.

„Wolfsland“ ist ein genreübergreifender Krimi, wobei der Filmtitel durchaus mehrdeutig ist.

„Butsch“ (Götz Schubert) ist leitender Hauptkommissar bei der Görlitzer Kripo, Kommissarin Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) flieht aus privaten Gründen aus Hamburg und versucht in Görlitz einen Neuanfang.

„Butsch ist ein Görlitzer Urgestein, der mit einer wechselhaften Biografie groß geworden ist“, beschreibt Götz Schubert seine Figur. „Seine Ermittlungsmethoden sind ziemlich unkonventionell. So, wie er ermittelt, weiß man nie, ist er nun dusselig, schlägt er über die Stränge oder hat er einfach nur die richtige Nase für den Fall. Ihm passieren zu viele Fehler. Die Richtung, die er einschlägt, ist aber meistens richtig und er kommt ans Ziel!“

Für Viola Delbrück ist „Butsch“ eine echte Herausforderung. „Sie muß sich von ihm vieles gefallen lassen und versucht ständig, ihre Fassung zu wahren. Aber sie hängt an ihm wie eine Klette und fordert sich so seinen Respekt ein“, fasst Yvonne Catterfeld ihre Rolle zusammen.

In ihrem ersten gemeinsamen Fall bekommen es die beiden Kommissare mit einem jungen deutsch-polnischen Paar zu tun, das auf seiner Flucht Tod, Angst und Zerstörung hinterläßt. Bei der Jagd auf „Marke“ und Jenni werden Butsch und Delbrück selbst zu Gejagten….

„Wolfsland“ wird mysteriös – und mystisch. „Es wird einen echten Wolf geben, und wir spielen mit den Mythen dieser Region“, verspricht Produzentin Jutta Müller. Man wird nie wissen, was ist Realität und was ist vielleicht nur geträumt oder in der Wahrnehmung der Figuren.

Gedreht wird an mehreren Orten in „Görliwood“, das sich durch mehrere oskarprämierte Hollywood-Produktionen einen besonderen Ruf erarbeit hat. Das von Hollywood bevorzugte Jugendstil-Kaufhaus spielt bei „Wolfsland“ keine Rolle. „Wir erzählen Görlitz als Görlitz und verzichten auf die inszenierten Kulissen!“, so Jutta Müller. Deshalb wird auch am Unter- und Obermarkt und in verschiedenen Wohnungen gedreht.

Götz Schubert ergänzt: „Es ist schön, daß es noch solche Ecken wie hier in Görlitz gibt, die als Filmkulisse unverbraucht sind. Man wird von den Menschen freundlich empfangen, es ist angenehm, hier zu drehen!“

Ob und welches Geheimnis die beiden einsamen Wölfe Butsch und Viola haben und welche Rolle der echte Wolf spielt, ließen sich die Macher von „Wolfsland“ nicht entlocken!

Wolfsland 01

v.l.n.r.: Julius Nitschkoff (Marke), Yvonne Catterfeld (Viola Delbrück), Götz Schubert („Butsch“), Emma Drogunova (Jenni)

Cottbuser Film „Blaue Stunde“ auf YouTube gesperrt

Blaue StundeWer sich im Internet auf YouTube den Film „Blaue Stunde“ des Cottbuser Filmemachers Erik Schiesko ansehen möchte, bekommt stattdessen eine schwarze Tafel zu sehen, auf der steht, dass das Video entfernt wurde, weil es gegen YouTube-Richtlinien verstößt. Von Spam und irreführender Werbung, ja sogar von Betrug ist da die Rede!

Bis zur Entfernung des Videos zählte der Film mehr als 7,5 Millionen Klicks. Erik Schiesko hatte das ehrgeizige Ziel, den Film in mehreren Sprachen zu untertiteln. Als Regisseur, vor allem aber als Produzent von „Blaue Stunde“ ist er auch für die Vermarktung des Filmes verantwortlich. Das Internet und ganz besonders YouTube scheint dafür beste Voraussetzungen zu bieten.

Aber warum wurde nun das Video gesperrt bzw. entfernt? Irreführende Werbung kann es nicht sein.. Im Gegensatz zu manch anderen Videos versteckt sich hinter dem Link zu „Blaue Stunde“ keine leere Seite oder wird Werbung für ein vollkommen anderes Produkt gemacht. Wo „Blaue Stunde“ angekündigt wurde, war auch „Blaue Stunde“ drin! Auch die Beschreibungen des Videos passten zum Film, es wurden in den sogenannten Meta-Tags keine Begriffe genannt, die mit dem Film nichts zu tun haben.
„Es kann sein, dass einige der verwendeten Begriffe zu allgemein gehalten wurden. Außerdem habe ich Suchbegriffe in unterschiedlichen Sprachen auch in die Videobeschreibung gesetzt, was YouTube nicht möchte, ich aber vorher nicht wusste“, räumt Erik Schiesko selbstkritisch eigene Fehler ein. Durch die Untertitel in diversen Sprachen erscheint das Video auch in den Suchlisten im nicht deutschsprachigen Raum, weswegen die hohen Klickzahlen zu erklären sind. Lediglich 1,3 Millionender Klicks kamen aus Deutschland.
Besonders schade findet er aber, dass er nun keine Möglichkeit bekommt, die Videoeinstellungen zu korrigieren. „YouTube hat das Video ohne Warnung entfernt. Damit sind alle Klicks verloren.“

Stattdessen wird sich Erik Schiesko erneut die Arbeit machen und den Film noch einmal online stellen. Diesmal wird er aber genauer drauf schauen, welche Daten mit hochgeladen werden.

Bleibt nur zu wünschen, dass die vormaligen Klickzahlen irgendwann wieder erreicht werden.

(C) Plakat: KonturProjekt

„Ich will sehen, ob meine Begeisterung für Film wirklich echt ist!“

„Aufbruch“ – so heißt der Debütfilm von Anna Ponge. Die Brasilianerin ist eigentlich Architekturstudentin an der BTU in Cottbus. Wie sie zum Film gekommen ist und wie wichtig es ist, die richtigen Leute zu kennen, verriet sie am Rande der Dreharbeiten in einem kurzen Gespräch.

Dreharbeiten zu "Barbara" (AT), 23.10.2014

Wie kommt es, daß Du plötzlich Filme drehst?

Ich studiere ja eigentlich Architektur, werde das Studium auch beenden. Ich bin rein zufällig durch die „BÜHNE acht“ zum Film gekommen und bin einfach nur begeistert. Meinen Film mache ich, um zu sehen, ob die Begeisterung wirklich echt ist. Beim Film nur zuzugucken ist etwas völlig anderes als einen Film selber zu drehen.

Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Da spielten verschiedene Dinge eine Rolle. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich nach dem Bachelor mache – ob ich einen Masterabschluß dranhänge oder noch einen ganz anderen Bachelor mache. Bei diesem anderen Bachelor wäre dann schon der Gedanke, mich vielleicht bei einer Filmhochschule zu bewerben.

Wie bist Du auf die Idee zu dem Drehbuch gekommen? Gab es eine Vorgeschichte?

Ich nehme jeden Tag die Straßenbahn, um zur Uni zu kommen. Ich habe immer ein paar Ideen im Kopf, worüber man erzählen könnte. Als ich mir dann aber gesagt habe: „Komm setz‘ Dich hing und versuche mal eine Geschichte aufzuschreiben, ob was Gescheites dabei herauskommt!“, da hatte ich sofort diesen Augenblick in der Straßenbahn im Sinn. Selbst nachdem ich die erste Szene geschrieben hatte, wußte ich selber noch gar nicht, worum es ging. Ich habe mir dann diese Szene so oft durchgelesen, bis ich die Figuren kannte und ich entschieden habe, wie die Geschichte weitergehen muß.

Du machst Regie und Kamera gleichzeitig, was ist schwerer?

Wenn ich mich an einer Filmhochschule bewerben sollte, dann will ich mich für Regie bewerben. Ich fotografiere sehr gerne, filme auch sehr gerne, aber Kameraarbeit ist für mich sehr anstrengend. Regie ist zwar auch schwierig, man muß an 1000 Sachen denken, deshalb freue ich mich immer, daß ich ein super Team habe, daß hilft und mitdenkt, vor allem an Sachen denkt, die ich völlig vergessen habe. Aber Beides ist trotzdem auch schön.

Dreharbeiten zu "Barbara" (AT), 18.10.2014

Anna Ponge am Set von „Aufbruch“ mit Hauptdarsteller Matthias Schreve (mitte) und Silvio Berger

Hast du Dir die Regiearbeit angelernt oder hast Du Dich vorher kundig gemacht bei Jemanden?

Ich bin ein großer Filmfreak, ich könnte stundenlang Filme schauen, da entwickelt man so ein bißchen ein Gefühl für Filmsachen. Jetzt mache ich ein Praktikum bei Erik Schiesko („Holger & Hanna“, „Blaue Stunde“) und kümmere mich um den Schnitt für sein aktuelles Projekt „Auf der Suche“. Da bekommt man auch ein neues Gefühl für die Sache. Und dadurch, daß ich schon an vier Filmsets war, u.a bei dem Münchner HFF-Projekt „Der letzte Tag“, bei Ralf Schusters „Kommissar Schlemmer“-Film und bei Eriks „Auf der Suche“, lernt man schon viel allein durch das Zugucken, vorallem wenn bei man bei Leuten zuguckt, die einem was erklären wollen. Das war bei allen Filmsets der Fall. Außerdem lese ich seit meiner ersten Filmerfahrung viel über Regiearbeit und Kurzfilmproduktionen.

Den Schnitt machst Du auch selber?

Ursprünglich wollte ich Regie und Schnitt machen, die Kamera kam dann noch dazu.

Warum hast Du keinen „richtigen“ Kameramann genommen?

Ich hatte einen „richtigen“ Kameramann, aber durch Terminverschiebungen konnte er dann nicht mehr. Das ist super schade.

Wonach hast Du das Filmteam ausgesucht?

Ich bin Mitglied an der „BÜHNE acht“ und kenne von dort die meisten Schauspieler. Sehr wichtig für mein Drehbuch war, daß ich nicht zu junge Leute haben wollte. Die Hauptfigur ist 30 Jahre alt. Die Schauspieler sollten schon so um die Drehe sein oder älter. Dadurch fallen die meisten Mitglieder der „BÜHNE acht“ raus.
Dann habe ich mal von den Figuren aus betrachtet, wer vom Körperlichen her oder von der Ausdrucksweise passen würde, vor allem bei denen, die ich schon spielen gesehen hatte. Alle, die ich hier dabei hatte, habe ich schon mal spielen gesehen. Mit Jan Fuchsmann, der den Ton macht, habe ich schon mal bei einem Filmprojekt zusammengearbeitet. Ich habe ihn gefragt und er hat sehr sehr netterweise gesagt, daß er mitmacht. Mathias Schulze leitet die Filmgruppe an der „BÜHNE acht“. Auch ihn habe ich gefragt, weil wir unbedingt einen Lichttechniker brauchten. Ich habe da überhaupt keine Ahnung. Ich weiß aber, daß Mathias Ahnung hat, wie ich ebenfalls schon mal bei einem gemeinsamen Dreh erfahren konnte. Auch er hatte dankenswerterweise zugesagt.

Erzähle mal etwas über die Handlung des Filmes!

Es geht eigentlich nur um die Hauptfigur. Es ist ein junger Mann aus einer ernsten Familie. Sein Vater hat sich mit seiner Schwester zerstritten. Das ist schon ein Jahr her und die ganze Familie redet nicht mehr mit der Schwester – besser gesagt, sie redet nicht mehr mit der Familie. Worüber die Beiden gestritten haben, ist jetzt egal. Die Sache ist, unsere Hauptfigur vermisst seine Schwester. Während des Filmes kommen verschiedene Situationen zusammen, in denen er an sie denken muß. Ob er am Ende zu ihr geht oder nicht, dafür muß man den Film sehen, um das herauszufinden.

Wenn man zunächst das Drehbuch liest, denkt man erst einmal an eine Liebesgeschichte: Ein Mann wartet an einer Haltestelle auf eine Frau, vermutlich seine Freundin…

… In der ersten Szene wartet er nur auf die Straßenbahn und trifft dabei den Freund der Schwester. Ich wollte das offen lassen und nicht sofort sagen, worum es geht. Ich will, daß man durch die Figur merkt, wie er sich fühlt. Wenn man ein Problem gleich am Anfang des Filmes zu sehr darstellt, versuchen die Zuschauer manchmal zu schnell vorzudenken und verstehen die Figur nicht. Es geht mir wirklich um die Figur; es geht mir nicht um den Streit oder irgendwas Anderes, sondern darum, daß man die Figur versteht. Und ich glaube, Matti (Matthias Schreve) bringt die Figur sehr gut rüber.

Dreharbeiten zu "Barbara" (AT), 23.10.2014

Die Eingangsszene mit Matthias Schreve und Daniel Schauff
(c) für alle Fotos: Thori, 2014

Sind Festival-Einreichungen eingeplant?

Wenn positives Feedback kommt, sicherlich, z.B. bei der Cottbuser Filmschau im Rahmen des Filmfestival..

Was unbedingt noch zu erwähnen wäre: der Film wäre nicht entstanden ohne die Unterstützung von Ralf Schuster, der mir die Technik organisierte, sowie Erik Schiesko, der mir ebenfalls seine Technik zur Verfügung stellte.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg mit Deinem Film!

Besuch am Set von „Weissensee“

In Berlin und Umgebung laufen derzeit die Dreharbeiten zur dritten Staffel von „Weissensee“, eine der wichtigsten Serien von ARD in Verantwortung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).

Pressetermin am Set von "Weissensee", 04.11.2014

Der Hauptcast am Set „Stasi-Zentrale“ zusammen mit Roland Jahn (Leiter Stasi-Behörde, 2.v.l), Produzentin Regina Ziegler (3.v.l. im lila Kostüm ), Regisseur Friedemann Fromm (hintere Reihe, in Schwarz) und Jana Brandt (MDR, ganz rechts)

Die mit zahlreichen Preisen honorierte Serie nimmt nach Aussagen von Regina Ziegler, Produzentin von „Weissensee“, ihren Weg durch die Welt: „Kürzlich liefen wir in New York im Museum of Modern Art, auch Schweden und Russland strahlten die Serie aus. Im italienischen Fernsehen RAI lief ‚Weissensee“ in diesem Sommer mit Höchstquoten.“

Pressetermin am Set von "Weissensee", 04.11.2014

General Hans Kupfer (Uwe Kockisch) mit seiner Frau Marlene (Ruth Reinecke, links) und Dunja Hausmann (Katrin Saß)

Die dritte Staffel beleuchtet den Zeitraum zwischen dem 9. November 1989 (Fall der Mauer) und dem 15. Januar 1990 (Sturm auf die Stasi-Zentrale in Berlin). Für die Film-Familien Kupfer und Hausmann ändert sich Einiges. Was in der zweiten Staffel Brüche bekam, zerfällt in der neuen Staffel endgültig. Gleichzeitig machen sie die Protagonisten bereit für einen neuen Aufbruch.

Für Regina Ziegler, Regisseur Friedemann Fromm und Jana Brandt (ausführende Produzentin MDR) ist es eine große Genugtuung, daß die hochkarätige Besetzung zusammengehalten werden konnte.

Pressetermin am Set von "Weissensee", 04.11.2014

Die Journalistin Katja Wiese (Lisa Wagner) und Marin Kupfer (Florian Lukas)
(C) für alle Fotos: Thori, 2014

Das Schauspielerensemble wurde geringfügig geändert, um die Handlung weiter voran zu treiben. So kämpft Martin Kupfer (gespielt von Florian Lukas) mit Hilfe der westdeutschen Journalistin Katja Wiese (Lisa Wagner) um seine Tochter Anna, die inzwischen in Westberlin lebt. Dunja Hausmann (Katrin Saß) und Vera Kupfer (Anna Loos) schließen sich der Bürgerrechtsbewegung in der DDR an, um das Land demokratisch umzugestalten. Auch Familienoberhaupt General Hans Kupfer (Uwe Kockisch) tritt für Dialog und Verständigung ein, während sein Sohn Falk (Jörg Hartmann) mit anderen Hardlinern die Kontrolle im Land behalten will und bereit ist, dafür alles zu tun.

Geplant ist die Ausstrahlung der dritten Staffel „Weissensee“ im Herbst 2015.

Drehstart für die neuen Berliner Tatort-Kommissare

Pressetermin des RBB mit Meret Becker und Mark Waschke in Berlin, 04.11.2014In der Hauptstadt begannen die Dreharbeiten für den neuen Tatort des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Das Drehbuch schrieb Stefan Kolditz, Regie führt Grimme-Preisträger Stephan Wagner.

Bei einem Pressetermin vor dem „Zoo-Palast“ präsentierten sich am 4. November die beiden neuen Tatort-Kommissare Meret Becker und Mark Waschke den anwesenden Journalisten sowie zahlreichen schaulustigen Passanten.

In ihrem ersten Fall ermitteln die beiden Kommissare Nina Rubin (gespielt von Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) im Milieu obdachloser Jugendlicher. Eine leere Ferienwohnung entpuppt sich als blutiger Tatort, nur von der Leiche fehlt jede Spur. Die Geschwister Jo und Ronny, die untergetaucht sind, könnten die passenden Hinweise zum Tathergang geben. Rubin und Karow machen sich im Wettlauf gegen die Zeit auf die Suche nach den Beiden….

Gedreht wird u.a. am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER), am Bahnhof Zoo, im Plänterwald sowie in Mitte, Kreuzberg und Wilmersdorf.

Geplant ist die Ausstrahlung im Frühjahr 2015.Pressetermin des RBB mit Meret Becker und Mark Waschke in Berlin, 04.11.2014

(c) für alle Fotos: Thori, 2014

Vanessa – Ein Juwel, das nicht geschliffen werden möchte

Auf der Suche“ ist der Name eines interaktiven Films, der derzeit in der Lausitz gedreht wird. Auf die Suche muss sich auch der Filmfreund machen, will er gut gemachtes Kino jenseits vom Einheitsbrei der großen Filmstudios und Fernsehsender sehen. Die Schauspielerin und Produzentin Marina Anna Eich nennt solche 0815-Filme mit austauschbarer Handlung und Darstellern einfach nur Fließband-Produkte.
Manchmal wird der Filmfreund aber auch fündig und es kommen richtige Perlen zum Vorschein – Filme kleinerer und unabhängiger Produktionsfirmen, die vor Kreativität nur so strotzen.

Und manchmal trifft man dabei auf Menschen, die etwas Besonderes haben. Vanessa Jordan-Heinrich ist so ein Mensch.
Die 17jährige aus Raddusch im Spreewald geht noch auf das Gymnasium. Sie versuchte im Frühjahr 2014 in Cottbus bei einem Casting für den Film „Auf der Suche“ ihr Glück. Einige Wochen später steht ihr Name auf dem Filmposter und in den Credits. Vanessa wurde von Regisseur und Produzent Erik Schiesko für die Hauptrolle ausgewählt. „Auf der Suche“ wird ihre erste große Filmrolle. Zuvor spielte Vanessa nur im Schultheater und wirkte als Komparsin im ZDF-Spreewaldkrimi „Die Tränen der Fische“ mit. Und nun die Rolle der Janette, die nachdenklich ist und ihren Platz im Leben sucht. Hinzu kommt, dass Janette ausgerechnet jetzt ihrer ersten großen Liebe begegnet…

Es sind nur ein paar wenige Drehtage, die Vanessa zu absolvieren hat. Der interaktive Film besteht aus Sequenzen eines „Point & Click“-Computerspiels und filmisch umgesetzte Rückblenden, die die einzelnen Spielteile verbinden und Informationen zur Handlung liefern. Geschätzt wird der Anteil an Filmszenen auf etwa 30 Minuten, also durchaus eine anständige Kurzfilmlänge.

Dem neutralen Beobachter und besagtem Filmfreund, der aus den verschiedensten Gründen am Filmset von „Auf der Suche“ tätig ist und die hübsche Blondine während der Dreharbeiten sieht, fällt sofort Eines auf: Da hat aber mal Jemand soviel Talent, das reicht für mehrere „Daily-Soap“- und Möchtegern-Schauspieler zusammen!
Am ersten Drehtag hält man das noch für eine Eintagsfliege, am zweiten Drehtag – na, ja, kann passieren, dass man mal einen guten Tag hat. Doch die guten Tage werden immer mehr und der Gesamteindruck wird nicht schlechter!

Dreharbeiten zu "Auf der Suche", 24.06.2014

Szenenfoto aus „Auf der Suche“ mit Vanessa Jordan-Heinrich und Leander Linz

Vanessa ist zwar das „Küken“ am Filmset, lässt sich das aber nicht anmerken. Sie spielt sich nicht in den Vordergrund, verbreitet stattdessen ständig gute Laune, flirtet regelrecht mit den Kameras, egal ob Film-, Making-Of oder Setfoto-Kamera. Sie kommt mit den anderen Darstellern genauso gut klar wie mit den Leuten vom Filmteam. Sie erscheint top vorbereitet am Set. Wo andere Schauspieler, auch Profis, noch mal kurz einen Blick ins Drehbuch riskieren, um zu prüfen, ob der Text sitzt, kommt Vanessa ohne Spickzettel aus. Vorgaben des Regisseurs werden anstandslos umgesetzt, gewünschte Emotionen wie Traurigkeit oder Wut sind spätestens beim dritten Versuch abrufbereit. Vanessa hat mehr als einen Gesichtsausdruck auf Lager, Gestik und Mimik passen zur Rolle. Fast scheint es, als habe sie diese verinnerlicht.

Und dann macht sie ihr Meisterstück. In einer Szene soll sie mit einem Nervenzusammenbruch aus lauter Verzweiflung und voller Wut ihr Zimmer verwüsten. Die Ansage des Regisseurs war, erst mal alles bewegliches Mobiliar auf links drehen. Sollte etwas übersehen werden, ruft er hinein. Zum Schluss war geplant, eine Vase an die Wand zu schleudern.
Doch es kommt anders. Nach dem „Und bitte!“ des Regisseurs fängt Vanessa mit ihrem Zusammenbruch an. Erstes Opfer: die Vase. Der Wurf an die Wand kommt so plötzlich, spontan und so heftig mit voller Wucht, dass alle hinter der Kamera zusammenzucken. Vanessa tobt sich aus, ein Reinrufen ist gar nicht notwendig. Ohne Rücksicht auf die im Zimmer liegenden Scherben von der Vase tut die barfüßige Vanessa das, was laut Drehbuch verlangt wird: Voller Spielfreude ein Zimmer verwüsten.

2014-07-04 Dreharbeiten zu ''Auf der Suche'', Janettes Zimmer 027

Nach dem Nervenzusammenbruch

Man kann solche Szenen in mehreren Einstellungen drehen, choreografieren oder mit Double drehen. Oder man vertraut seiner Hauptdarstellerin, lässt sie einfach spielen und hofft, dass es gut geht.
Bei Vanessa geht alles gut – keine Verletzungen, aufatmende Betreuer, ein zufriedener Regisseur, eine schwierige Szene mit Leichtigkeit gemeistert, perfekte Bilder im Kasten.

Als Schauspielerin kann man so eine Szene leicht verhauen. Oder man hat etwas, das man nur bedingt als „Talent“ bezeichnen kann. Vanessa ist scheinbar ein Rohdiamant, ein Glücksfall für jeden Filmemacher. Ein ungeschliffenes Juwel, das nur einen Haken hat: „Ich will keine Schauspielerin werden, sondern lieber etwas Bodenständiges machen. Ich will Lehrerin werden!“, sagt Vanessa. Schauspielern will sie nur nebenbei, aus Spaß an der Freude, ohne ernsthafte Ambitionen und doch schon mit einer gewissen Selbstkritik: „Vieles würde ich gerne noch besser hinbekommen und oft ärgere ich mich auch über mich selbst.“

Was für ein Tiefschlag für den Filmfreund. Da ist endlich mal Jemand, der sich positiv von der breiten Masse mehr oder weniger talentierter Schauspieler abhebt und die deutsche Filmlandschaft auf seine ganz spezielle Art und Weise bereichern könnte, und dann wird nichts draus. Weil dieser Jemand so unendlich normal ist und lieber auf Nummer sicher geht! Das ist fast schon ein Zeichen von Größe.

So groß wie auch ihre Einstellung zu den Filmdrehs. In einigen Szenen musste Vanessa nur mit dem Nötigsten bekleidet vor der Kamera herumlaufen. Von einer 17jährigen erwartet man nicht unbedingt große Worte und Taten in solchen Situationen. Zurückhaltung, Schüchternheit mit einem Hang zur Verklemmtheit, Angst – das ist es wohl, was man von Gelegenheits-Schauspielerinnen in Vanessas Alter erwartet. Auf die Frage des Filmfreundes, wieviel Überwindung solche Szenen kosten, meint sie nur: „Das gehört zum Schauspielern dazu. Man muss sich die ganze Zeit überwinden. Das ist eben die Herausforderung dabei. Und je mehr man sich in die Rolle einfühlt, desto weniger hat man auch ein Problem damit, immer einen Schritt weiter zugehen!“
Unfassbar – ein Neuling ohne Erfahrung, talentiert bis zum Gehtnichtmehr und abgebrüht wie ein alter Hase. Und so etwas wird vermutlich einem breiten Publikum verborgen bleiben!

Einen Schritt weiter, nämlich wieder auf die Suche muss auch der Filmfreund gehen. Menschen wie Vanessa Jordan-Heinrich begegnen ihm nicht alle Tage. Umso schöner, wenn es solche Tage gibt: Ein Juwel entdeckt, das nicht geschliffen werden möchte. Schade eigentlich – oder glücklicherweise!

Wie beruhigend bei aller Euphorie über Vanessa Talent – ein kleines Manko hat der Filmfreund dann doch noch entdeckt: Als es darum ging, für eine Szene einen bestimmten Lidstrich aufzutragen, kam doch wieder der ganz gewöhnliche aufmüpfige Teenager durch, der bei der Auswahl der richtigen Schminke unbedingt ein Wörtchen mitreden möchte!

Wie kann man nur so herrlich normal sein…

Auf-Der-Suche 500hoch

Mehr Infos zum Projekt:

Beiträge auf LR-Online
„Auf der Suche“ auf Facebook

„Entweder bin ich eine Zicke oder ein ganz liebes Mädchen!“

Schauspielerin Svenya Cheyenne im Gespräch über starke Mädchen, taffe Rollen und Harmonie am Film-SetPorträt Svenya 2

Svenya Cheyenne spielt in dem Kurzfilm „Der letzte Tag“ die Rolle der Janine. Die Zwanzigjährige steht seit ihrem 11. Lebensjahr vor der Kamera. Am Set von „Der letzte Tag“, der gleichzeitig Abschlußfilm der Filmstudentin Juliane A. Ahrens ist, stand Svenya Cheyenne für ein kurzes Gespräch zur Verfügung.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Regisseurin Juliane A. Ahrens?

Das war ganz spontan, weil ich ja in Berlin wohne. Ich habe von dem Castingaufruf gehört und bin nach München gefahren. Allerdings war ich beim ersten Mal noch nicht so in der Rolle drin, weil ich mit meinen Gedanken noch komplett in Berlin war. Ich habe dann vorgesprochen, mich auch mit meinem Spielpartner gut verstanden, der jetzt zufällig auch im Film den Marco spielt.
Es hieß dann, sie würden sich zwei Wochen später melden, aber bereits nach kurzer Zeit kam eine Mail mit der Nachricht, daß es eine zweite Castingrunde gibt und ob ich nicht Lust hätte, noch einmal zu kommen. Ich bin dann wieder nach München gefahren.
Beim zweiten Casting war die Stimmung irgendwie anders. Es war nicht mehr so streng, es machte total viel Spaß, beim Casting zu spielen. Eine Woche später kam der Anruf, daß ich für die Rolle ausgewählt wurde.

Wie würdest Du Deinen Filmcharakter beschreiben?

Janine weiß genau, was sie will. Sie ist ein sehr starker Charakter, allerdings mehr nach Außen. Ich glaube, nach Innen zeigt sie das nicht so. Sie ist sehr taff, aber in einer krassen Umgebung aufgewachsen und hat schon viel durchlebt in ihrem Leben. Janine hat insgesamt einen weichen Kern. Das ist auch der Grund, warum sie Luca irgendwann aus dem Keller befreit, weil sie sich sagt: “Ich kann das nicht mehr mit mir vereinbaren.”
Ich freue mich total, die Rolle der Janine zu spielen. Für mich ist es das erste Mal, daß ich so eine taffe Rolle spiele. Entweder bin ich so eine Zicke oder ein ganz ganz liebes Mädchen.

Hast Du Dich speziell vorbereitet auf diese Rolle?

Ich weiß gar nicht, ob man sagen darf, aber in dem Film “Fack you Göthe” gibt es ja diese Chantal. Daran haben wir uns ein wenig orientiert und auch in den Proben ein bißchen in diese Richtung geguckt.
In letzter Zeit höre ich öfters, daß Jella Haase, die die Chantal spielt, und ich ein bisschen Ähnlichkeit haben sollen. Ich finde den Vergleich cool, denke aber, das liegt in diesem Fall auch viel an unseren Outfits.

Wieviel von Janine steckt in Dir und welche Eigenschaften hast Du Janine mitgegeben?

Ich bin manchmal sehr stur und ich glaube, das kann Janine auch sein. Wenn ich etwas mache, dann mache ich das ganz oder gar nicht. Ich denke, daß Janine auch genauso ihren Weg findet. Die hat ihren eigenen Kopf, ist ein starkes Mädchen. Man läßt ja als Schauspielerin immer etwas von seinem Charakter in die Rolle einfliessen.

Was waren vor oder während der Dreharbeiten die größten Herausforderungen?

Das ist schwierig zu beantworten, denn wir sind ja noch mitten im Dreh. Ich glaube, das ganze Projekt ist eine Herausforderung. Ich kann nicht sagen, dieser eine Tag oder dieser eine Take ist eine Herausforderung. Es ist das Zusammenspiel. Wir wollen alle etwas Schönes aus dem Film machen und ich glaube, wir sind auch auf einem guten Weg. Man will, daß alles gut wird, und das sorgt für einen gewissen Druck im Hinterkopf. Aber wir harmonieren alle ganz gut und es macht Riesenspaß.

Wie kommst Du mit Helen klar, die die Luca spielt?

Helen ist super, ich mag Helen megagerne. Wir haben uns beim Casting ganz kurz gesehen, ich hatte aber mit einem anderen Mädchen gespielt. Wir hatten uns ganz kurz unterhalten. Es war cool, als wir uns bei der Probe dann wieder getroffen hatten. Helen ist ein ganz liebes Mädchen. Für sie es ja der erste richtige Film. Sie ist am Set sehr diszipliniert.

Dreharbeiten zu "Der letzte Tag", 15.04.2014

Janine (Svenya Cheyenne, rechts) fährt die verletzte Luca (Helen Bergmann) ins Krankenhaus. (Szenenfoto aus „Der letzte Tag“)

Du bist vermutlich die Erfahrenste von den Darstellern. Welche Tipps konntest Du den anderen mitgeben?

Helen und ich, wir haben viel miteinander geredet – bei den Proben, beim Mittagessen. Ich glaube, durch die Gespräche konnte ich ihr auch ein wenig die Angst nehmen. Juliane, die Regisseurin, hat aber auch ihren Anteil daran. Sie weiß, daß es der erste Film für Helen ist und geht entsprechend mit ihr um. Wir harmonieren einfach gut miteinander.

Welche Erwartungen hast Du an den Film?

Ehrlich gesagt noch gar keine. Wir sind gerade mitten im Dreh, mein Kopf ist voll. Ich muß auch ehrlich sagen, wenn ich drehe, dann sage ich nicht”jetzt kommt die Szene und jetzt kommt der Take”, sondern ich sehe das als Gesamtprojekt, als Einheit. Wir kommen immer weiter und irgendwann sind wir fertig. Ich sehe das als ein großes Ding. Die Erwartung ist vielleicht, daß es ganz toll wird und daß sich die Mühe gelohnt hat und wir hoffentlich noch ganz viele Filme zusammen machen können.

Gibt es denn schon Nachfolge-Projekte?

Ich habe schon ein, zwei Castings, wo ich auch schon weiß, daß ich weiter bin. Ansonsten läuft das über meine Agentur.

Du studierst Schauspiel?

Noch nicht. Das ist ein wenig kompliziert bei mir. Ich habe ganz viel hinter der Kamera gemacht, weil ich mir dachte, ich muß das auch mal ausprobieren – auch weil Viele sagen: “Schauspiel ist schwer”. Irgendwann kam der Punkt – so wie ein Schalter, der umgelegt wurde – , wo ich mir sagte: “Ok, entweder ganz oder gar nicht!” Ich habe vor, im Herbst an der Staatlichen Schauspielschule vorzusprechen. Mal sehen, wenn alles funktioniert, dann klappt es hoffentlich mit dem Studium. Auf jeden Fall will ich mit Schauspiel weitermachen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für Deine weitere künstlerische Arbeit!

Dreharbeiten zu "Der letzte Tag", 15.04.2014

Svenya Cheyenne in einer Drehpause zusammen mit Darsteller Kai Börner vom Staatstheater Cottbus und der zweiten Hauptdarstellerin Helen Bergmann
(c) für alle Fotos: Thori, 2014

Münchener Filmteam dreht in Cottbus

Wieder einmal ist Cottbus Drehort für eine Filmproduktion. Gegenwärtig finden in den Cottbuser Stadtteilen Sachsendorf und Schmellwitz Dreharbeiten für einen 25-minütigen Kurzfilm der „Hochschule für Fernsehen und Film München“ statt. "Der letzte Tag"

„Der letzte Tag“, so der Titel des Films, wird der Abschlußfilm der Cottbuserin Juliane Ahrens, die an der Münchener Filmhochschule studiert. Bereits ihren ersten fiktionalen Film drehte sie in Cottbus, mit „Der letzte Tag“ schließt sich nun der Kreis. Aber Juliane Ahrens nennt noch einen weiteren Grund, warum ausgerechnet in Cottbus gedreht wird: „Wir fanden hier während der Motivsuche eine einzigartige Kulisse mit den alten Plattenbauten am Stadtrand. So etwas ist in München oder im Westen überhaupt nicht zu finden!“
Auch für die meisten anderen Mitglieder des internationalen Filmteams (die aus Deutschland, Österreich und Brasilien kommen) ist Cottbus eine neue Erfahrung.

"Der letzte Tag"

Juliane Ahrens (rechts im Bild) bespricht mit Helen Bergmann und Svenya Cheyenne die nächste Einstellung

„Der letzte Tag“ erzählt die Geschichte von Luka (gespielt von Helen Bergmann) und Janine (Svenya Cheyenne) – zwei Teenager, die unterschiedlicher nicht sein können: Luka steht vor dem vielleicht wichtigsten Schritt ihres noch jungen Lebens. Sie wechselt auf ein Sportinternat, hat aber Zweifel vor der Endgültigkeit ihrer Entscheidung. Janine dagegen läßt sich durchs Leben treiben und hat dennoch Angst, daß ihr das Leben nichts mehr zu bieten hat. Die schicksalhafte Begegnung der beiden Mädchen läßt sie erkennen, daß es nie zu spät ist, richtige Entscheidungen zu treffen….

Neben Juliane Ahrens genießt auch Anna Ponge einen gewissen „Heimvorteil“. Die Brasilianierin wohnt in Cottbus und studiert an der BTU Architektur. Das Ensemblemitglied des Cottbuser Studententheaters „BÜHNE acht“ stieß durch Zufall zum Filmteam. Als die Anfrage der Filmproduktion an die „BÜHNE acht“ zwecks Mithilfe kam, zeigte sich Anna interessiert und sagte spontan zu. Als Set-Runnerin hilft sie nun am Film-Set hinter der Kamera aus, damit die Dreharbeiten ohne Verzögerungen fortgesetzt werden können und sich das Filmteam am Set wohlfühlt. Von den erfahrenen Filmemachern und Schauspielern wird Anna Ponge als Neuling voll akzeptiert. „Es ist schön, mal mit anderen Menschen zu tun zu haben, die ähnliche Interessen haben. “, fasst Anna Ponge ihre ersten Filmerfahrungen zusammen und bedauert gleichzeitig, daß in Cottbus zu wenige Filme gedreht werden. Das bestätigen auch die Anderen, denen Cottbus bisher als Filmort unbekannt ist.
Das könnte sich aber ändern, zumal sich das Produktionsbüro von „Der letzte Tag“ ausgerechnet im Büro von „KonturPROJEKT“ des Cottbuser Filmemachers Erik Schiesko eingerichtet hat. Schiesko versucht seit einiger Zeit, Cottbus als Film-Metropole bekannt zu machen. Vielleicht klappt es ja mit Unterstützung der Münchener Studenten. Das Umfeld dazu ist auf jeden Fall vorhanden.

Noch bis Dienstag wird in Cottbus gedreht, dann zieht der Tross nach München weiter, wo noch einige Innenaufnahmen stattfinden werden. Vermutlich Ende des Jahres wird „Der letzte Tag“ fertiggestellt sein.