Wie überlebt jemand 25 Jahre seinen Tod?

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Foto: Andrea Witte
zur Verfügung gestellt von www.DeanReed.de

Vor 25 Jahren starb Dean Reed durch Ertrinken im Zeuthener See bei Berlin. Doch während viele Künstler bereits wenige Jahre nach ihrem Ableben in Vergessenheit geraten, schaffen es ein paar Wenige ins kollektive Langzeitgedächtnis. Auch ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod erinnern sich noch viele Menschen an Dean Reed. Besonders im Osten Deutschlands ist der Name immer noch ein Begriff.

Das liegt wohl auch an den ungewöhnlichen Umständen seines Todes, seinem Leben in der DDR und seiner Beziehung zu Renate Blume, eine der beliebtesten Schauspielerinnen des damaligen Landes.

Sofort nach seinem Tod tauchten erste Verschwörungstheorien auf. CIA, KGB, Mossad und MfS – irgendwie sollte jeder große Geheimdienst am Tod Dean Reeds beteiligt gewesen sein. Bewiesen ist bis heute nichts, auch wenn die gefundenen Akten und Zeugenaussagen mehr Fragen als Antworten liefern. Und so verwundert es auch nicht, daß die bunte Klatschpresse in schöner Regelmäßigkeit angeblich neue Materialien präsentiert. Mal wird der Abschiedsbrief als „neu aufgetauchtes Dokument“ angepriesen, mal werden Interviews mit Reeds Weggefährten als „neue Enthüllungen“ vermarktet. Wirklich Neues ist aber nicht zu erfahren! So mancher versucht nur, sich auf Reeds Kosten zu profilieren.

Der DEFA-Rechte-Verwerter ICESTORM geht da schon andere Wege. Neben den ganz Großen der DDR-Filmkultur wie Regisseur Konrad Wolf sowie die Schauspieler Gojko Mitic, Manfred Krug, Rolf Hoppe oder Annekathrin Bürger wird auch Dean Reed ziemlich schnell mit DVD-Veröffentlichungen seiner künstlerisch wie kommerziell erfolgreichsten Filme geehrt. Sogar eine DVD-Box mit 4 Filmen und einer CD seiner größten AMIGA-Erfolge wird auf den Markt gebracht. Dazu verschiedene Fanartikel wie Tassen und T-Shirts, die alsbald auch schon wieder ausverkauft sind. Nach und nach werden weitere Filme veröffentlicht – sehr zur Freude seiner vielen Fans. Und davon gibt es immer noch reichlich. Meist war ein bestimmter Film oder ein bestimmtes Lied der Auslöser für die Schwärmerei.

Wer mehr als nur Schwärmen will, sucht sich Gleichgesinnte. In Berlin und Potsdam, aber auch in anderen Teilen des Landes, finden sich Fans, Freunde, Kollegen, die die Erinnerung an Dean Reed aufrecht erhalten. Im Dean-Reed-Archiv wird alles zusammen getragen, was Auskunft über Reeds Leben geben könnte. Viele der dort gesammelten Materialien werden mittlerweile auch für Dokumentationen, Nachforschungen und Bonusmaterialien auf diversen Medien genutzt.

Jährlich treffen sich die Freunde und Fans von Dean Reed und tauschen sich aus. Gern besuchen auch Künstlerkollegen diese Treffen und verraten Insiderwissen und Anekdoten, die in keiner Chronik und in keiner Biografie auftauchen.

Dieses Insiderwissen könnte Jemand gebrauchen, der mit seiner Ankündigung in der Filmbranche aufhorchen ließ, er wolle einen Film über Dean Reed drehen: Tom Hanks verblüffte mit seiner Ankündigung nicht nur die Filmwelt. Und wieder gab es Spekulationen. Doch Hanks schien es ernst zu meinen. Er interviewte Zeitgenossen, traf sich mit Familienmitgliedern und ehemaligen Kollegen. Die Motive Hanks bleiben jedoch unklar. Und auch sein Projekt ruht schon wieder seit einiger Zeit.

Aber all diese Ankündigungen, Veröffentlichungen, Vermutungen haben auch etwas Gutes. Dean Reed ist und wird nicht vergessen. 25 Jahre nach seinem Tod ist er immer noch in den Medien präsent. Und in den Herzen seiner Fans sowieso….