„Blaue Stunde“ ist ab sofort online zu sehen

Die Filmemacherbrüder Erik und Clemens Schiesko (Holger & Hanna) haben ihren ersten Langspielfilm „Blaue Stunde“ im Internet veröffentlicht. Auf Youtube kann sich jeder den größtenteils in Cottbus gedrehten Film kostenlos und in kompletter Länge ansehen. Der Direktlink ist auf KonturPROJEKT.de zu finden oder über die Suchfunktion von Youtube: „Blaue Stunde“, „Kompletter Kinofilm“.

Der Film beschreibt die Lebenssituation eines verwirrten Jugendlichen, der seine erste Liebe erfährt. Cottbus diente als Hauptdrehort, aber auch in Warnemünde, sowie beim polnischen Woodstockfestival sind Aufnahmen entstanden. Neben Gastauftritten von Andrea Kulka (Verena aus „Holger und Hanna“) und Michael Becker (Staatstheater Cottbus) sind alle Darsteller von der Straße gecastet. Erik Schiesko entdeckte Hauptdarsteller Niclas Greschke bei einer Theateraufführung. Der Film arbeitet mit vielen doppeldeutigen Szenen. Im Titel stehen Blau für „Depression“, „Betrunken sein“, „Ende“ und Stunde für „Schule“. „Es ist an der Zeit“, „Geschehen“.

Blaue Stunde
D, 2011, Länge: 75 Minuten, Farbe, Stereo,
Coming of Age, Jugendfilm,

Die Rollen und ihre Darsteller
Niklas: Niclas Greschke
Lotta: Lotta Brand
Martin: Michael Becker
Lehrerin: Andrea Kulka
Guter Freund von Lotta: Fritz Tudyka
Verrückter Max: Max Wuttke
Verrückter Johann: Johann Heyn
Verrückter Flo: Florian Donath
Freundin von Lotta 1: Anna Proksch
Freundin von Lotta 2: Antje Kubanke
Mädchen auf Festival: Ruth-Maria Thomas
Mädchen aus dem Traum 1: Marie-Claire Perge
Mädchen aus dem Traum 2: Franziska Radtke
Mädchen aus dem Traum 3: Teresa Hübner

Crew
Regie, Buch, Produktion, Schnitt, Animation, Grafikdesign, Presse: Erik Schiesko
Kamera, Color Grading: Clemens Schiesko
Regieassistenz, Textzuarbeit: Fritz Tudyka
Tonassistenz: Fritz Tudyka, Lotta Brand
Musik: MOr La PeAcH, Alexander Rex, Do is smell Cupcakes?, Benjamin Buder, Florian Mazur, Millies Faces, Lunico, Meet the noise, Erik Schiesko
Zeichnungen und Ausstattung: Johannes Kliem
Helfer: Florian Donath
Internetseite: Ole Richter

„Entweder bin ich eine Zicke oder ein ganz liebes Mädchen!“

Schauspielerin Svenya Cheyenne im Gespräch über starke Mädchen, taffe Rollen und Harmonie am Film-SetPorträt Svenya 2

Svenya Cheyenne spielt in dem Kurzfilm „Der letzte Tag“ die Rolle der Janine. Die Zwanzigjährige steht seit ihrem 11. Lebensjahr vor der Kamera. Am Set von „Der letzte Tag“, der gleichzeitig Abschlußfilm der Filmstudentin Juliane A. Ahrens ist, stand Svenya Cheyenne für ein kurzes Gespräch zur Verfügung.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Regisseurin Juliane A. Ahrens?

Das war ganz spontan, weil ich ja in Berlin wohne. Ich habe von dem Castingaufruf gehört und bin nach München gefahren. Allerdings war ich beim ersten Mal noch nicht so in der Rolle drin, weil ich mit meinen Gedanken noch komplett in Berlin war. Ich habe dann vorgesprochen, mich auch mit meinem Spielpartner gut verstanden, der jetzt zufällig auch im Film den Marco spielt.
Es hieß dann, sie würden sich zwei Wochen später melden, aber bereits nach kurzer Zeit kam eine Mail mit der Nachricht, daß es eine zweite Castingrunde gibt und ob ich nicht Lust hätte, noch einmal zu kommen. Ich bin dann wieder nach München gefahren.
Beim zweiten Casting war die Stimmung irgendwie anders. Es war nicht mehr so streng, es machte total viel Spaß, beim Casting zu spielen. Eine Woche später kam der Anruf, daß ich für die Rolle ausgewählt wurde.

Wie würdest Du Deinen Filmcharakter beschreiben?

Janine weiß genau, was sie will. Sie ist ein sehr starker Charakter, allerdings mehr nach Außen. Ich glaube, nach Innen zeigt sie das nicht so. Sie ist sehr taff, aber in einer krassen Umgebung aufgewachsen und hat schon viel durchlebt in ihrem Leben. Janine hat insgesamt einen weichen Kern. Das ist auch der Grund, warum sie Luca irgendwann aus dem Keller befreit, weil sie sich sagt: “Ich kann das nicht mehr mit mir vereinbaren.”
Ich freue mich total, die Rolle der Janine zu spielen. Für mich ist es das erste Mal, daß ich so eine taffe Rolle spiele. Entweder bin ich so eine Zicke oder ein ganz ganz liebes Mädchen.

Hast Du Dich speziell vorbereitet auf diese Rolle?

Ich weiß gar nicht, ob man sagen darf, aber in dem Film “Fack you Göthe” gibt es ja diese Chantal. Daran haben wir uns ein wenig orientiert und auch in den Proben ein bißchen in diese Richtung geguckt.
In letzter Zeit höre ich öfters, daß Jella Haase, die die Chantal spielt, und ich ein bisschen Ähnlichkeit haben sollen. Ich finde den Vergleich cool, denke aber, das liegt in diesem Fall auch viel an unseren Outfits.

Wieviel von Janine steckt in Dir und welche Eigenschaften hast Du Janine mitgegeben?

Ich bin manchmal sehr stur und ich glaube, das kann Janine auch sein. Wenn ich etwas mache, dann mache ich das ganz oder gar nicht. Ich denke, daß Janine auch genauso ihren Weg findet. Die hat ihren eigenen Kopf, ist ein starkes Mädchen. Man läßt ja als Schauspielerin immer etwas von seinem Charakter in die Rolle einfliessen.

Was waren vor oder während der Dreharbeiten die größten Herausforderungen?

Das ist schwierig zu beantworten, denn wir sind ja noch mitten im Dreh. Ich glaube, das ganze Projekt ist eine Herausforderung. Ich kann nicht sagen, dieser eine Tag oder dieser eine Take ist eine Herausforderung. Es ist das Zusammenspiel. Wir wollen alle etwas Schönes aus dem Film machen und ich glaube, wir sind auch auf einem guten Weg. Man will, daß alles gut wird, und das sorgt für einen gewissen Druck im Hinterkopf. Aber wir harmonieren alle ganz gut und es macht Riesenspaß.

Wie kommst Du mit Helen klar, die die Luca spielt?

Helen ist super, ich mag Helen megagerne. Wir haben uns beim Casting ganz kurz gesehen, ich hatte aber mit einem anderen Mädchen gespielt. Wir hatten uns ganz kurz unterhalten. Es war cool, als wir uns bei der Probe dann wieder getroffen hatten. Helen ist ein ganz liebes Mädchen. Für sie es ja der erste richtige Film. Sie ist am Set sehr diszipliniert.

Dreharbeiten zu "Der letzte Tag", 15.04.2014

Janine (Svenya Cheyenne, rechts) fährt die verletzte Luca (Helen Bergmann) ins Krankenhaus. (Szenenfoto aus „Der letzte Tag“)

Du bist vermutlich die Erfahrenste von den Darstellern. Welche Tipps konntest Du den anderen mitgeben?

Helen und ich, wir haben viel miteinander geredet – bei den Proben, beim Mittagessen. Ich glaube, durch die Gespräche konnte ich ihr auch ein wenig die Angst nehmen. Juliane, die Regisseurin, hat aber auch ihren Anteil daran. Sie weiß, daß es der erste Film für Helen ist und geht entsprechend mit ihr um. Wir harmonieren einfach gut miteinander.

Welche Erwartungen hast Du an den Film?

Ehrlich gesagt noch gar keine. Wir sind gerade mitten im Dreh, mein Kopf ist voll. Ich muß auch ehrlich sagen, wenn ich drehe, dann sage ich nicht”jetzt kommt die Szene und jetzt kommt der Take”, sondern ich sehe das als Gesamtprojekt, als Einheit. Wir kommen immer weiter und irgendwann sind wir fertig. Ich sehe das als ein großes Ding. Die Erwartung ist vielleicht, daß es ganz toll wird und daß sich die Mühe gelohnt hat und wir hoffentlich noch ganz viele Filme zusammen machen können.

Gibt es denn schon Nachfolge-Projekte?

Ich habe schon ein, zwei Castings, wo ich auch schon weiß, daß ich weiter bin. Ansonsten läuft das über meine Agentur.

Du studierst Schauspiel?

Noch nicht. Das ist ein wenig kompliziert bei mir. Ich habe ganz viel hinter der Kamera gemacht, weil ich mir dachte, ich muß das auch mal ausprobieren – auch weil Viele sagen: “Schauspiel ist schwer”. Irgendwann kam der Punkt – so wie ein Schalter, der umgelegt wurde – , wo ich mir sagte: “Ok, entweder ganz oder gar nicht!” Ich habe vor, im Herbst an der Staatlichen Schauspielschule vorzusprechen. Mal sehen, wenn alles funktioniert, dann klappt es hoffentlich mit dem Studium. Auf jeden Fall will ich mit Schauspiel weitermachen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für Deine weitere künstlerische Arbeit!

Dreharbeiten zu "Der letzte Tag", 15.04.2014

Svenya Cheyenne in einer Drehpause zusammen mit Darsteller Kai Börner vom Staatstheater Cottbus und der zweiten Hauptdarstellerin Helen Bergmann
(c) für alle Fotos: Thori, 2014