Interaktiver Film „Auf der Suche“ kann getestet werden

Auf der Suche Making Of

(c) KonturPROJEKT

Erik Schieskos neuester Streich, der interaktive Spielfilm „Auf der Suche„, befindet sich in der Endphase, was Produktion und Programmierung betrifft.

Im Rahmen des Filmfestivals Cottbus, wo das Projekt in der Sektion „Specials“ an den Start geht, können Interessierte schon mal einen kurzen Ausschnitt aus dem Film sehen und sind anschließend zur Interaktion mit einer B-Version des Filmes eingeladen.

Am 03. November um 17:00 Uhr geben Regisseur Erik Schiesko, Hauptdarsteller Leander Linz, Programmierer Robert Baruck und Spieldesigner Olaf Pöschk in der Kammerbühne Cottbus in einer Art „Making Of“ Einblicke in die Dreharbeiten und erläutern, wie das interaktive Konzept umgesetzt wurde.

„Auf der Suche“ ist ein Spiel-Film oder Film-Spiel. Darin kommt ein junger Reporter einer Verschwörung auf die Schliche. Er findet in einem Archiv einen Artikel aus den 80er Jahren, welcher seinen Tod beschreibt. Auf der Suche nach der Wahrheit deckt der Held nach und nach die Geschichte einer verflossenen Liebe auf, die für sein eigenes Schicksal verantwortlich scheint.

Der Zuschauer bzw. Spieler hilft dabei, den mysteriösen Vorfall aufzuklären. Er muß sich durch die Kulissen klicken, um Hinweise für die Lösung zu erhalten. Neben den interaktiven Sequenzen gibt es auch immer wieder kurze Filmeinspieler, die die Handlung vorantreiben und wichtige Hintergrund-Informationen geben.

Die Filmsequenzen wurden komplett in der Lausitz gedreht. Neben Nachwuchsdarstellern agieren auch gestandene Schauspieler wie Ronne Noack, Mathias Heine oder Laura Maria Hänsel vor der Kamera.

Feierliche Premiere von „Auf der Suche“ wird am 22. Januar 2016 um 20:00 Uhr im WELTSPIEGEL Cottbus sein.

Von Cottbus in die weite Welt

Mittel und Wege Cover 300hochPremiere in Brasilien für den neuen Film der gebürtigen Cottbuserin Juliane A. Ahrens

Wieder einmal sorgt ein in Cottbus gedrehter Film für Aufmerksamkeit. Die gebürtige Cottbuserin Juliane A. Ahrens drehte im Frühjahr vergangenen Jahres mit anderen Studenten der „Hochschule für Fernsehen und Film München“ ihren Abschlußfilm. „Mittel und Wege“ heißt der 23minütige Kurzfilm, der Anfang November auf dem Mostra Audiovisual de Cambuquira (Cambuquira Short Film Festival)‏ in Brasilien seine Premiere feiern wird.

Gedreht wurde neben München auch in Cottbus-Sachsendorf, in Schmellwitz und auf dem Gelände von Cottbusverkehr. Juliane A. Ahrens, die nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch für den Film schrieb, kehrte dazu in ihre alte Heimat zurück. „In Cottbus zwischen Betonblöcken aufgewachsen, träumte ich in meiner Jugend, wie die meisten anderen auch, davon, diesem Ort eines Tages den Rücken zu kehren. So früh wie nur irgend möglich brach ich auf und entfernte mich, nicht nur geografisch, immer mehr von meiner Heimat. Doch je weiter weg ich mich befand, desto stärker wurde mein Verlangen, diesen Ort wiederzusehen.“, so Ahrens. Als Besucherin kehrte sie nach Cottbus zurück und drehte ihren ersten fiktionalen Kurzfilm.

"Der letzte Tag"

Juliane A. Ahrens (rechts) mit den Darstellerinnen Helen Bergmann und Svenya Cheyenne

Jahre später schrieb sie ein Drehbuch, das sich an alte Plattenbauten, einsame Straßen und auf verwilderten Parkplätzen verortete. „Ich kehrte zurück zu den dem Verfall preisgegebenen Orten meiner Kindheit und Jugend, erfüllt von der Angst, dass sich alles in Luft auflösen würde, sobald niemand mehr hinsieht. Diese Angst habe ich auf die Figuren in meinem Drehbuch übertragen. Eine Angst, wie ein zweischneidiges Schwert. Die existenzielle Furcht zurückzubleiben. Und gleichzeitig, das beklemmende Gefühl, etwas zurückzulassen, daß beim nächsten Besuch vielleicht aufgehört hat zu existieren.“ verrät Juliane A. Ahrens ihre Beweggründe für den Film.

„Mittel und Wege“ erzählt die Geschichte von Luka (gespielt von Helen Bergmann) und Janine (Svenya Cheyenne) – zwei Teenager, die unterschiedlicher nicht sein können: Luka steht vor dem vielleicht wichtigsten Schritt ihres noch jungen Lebens. Sie wechselt auf ein Sportinternat, hat aber Zweifel vor der Endgültigkeit ihrer Entscheidung. Janine dagegen läßt sich durchs Leben treiben und hat dennoch Angst, daß ihr das Leben nichts mehr zu bieten hat. Die schicksalhafte Begegnung der beiden Mädchen läßt sie erkennen, daß es nie zu spät ist, richtige Entscheidungen zu treffen….

Dreharbeiten zu "Der letzte Tag", 15.04.2014Für Helen Bergmann war es die erste Filmarbeit. Bisher sammelte sie nur Theatererfahrung, gründete mit ihrer Schwester und ein paar Freundinnen sogar den „Drama Club“ – einen Theater-Club, in dem die Mädels eigene Stücke inszenierten.
Daß die Filmarbeiten Neuland für die junge Darstellerin waren, merkt man ihr kaum an. Souverän agiert Helen Bergmann vor der Kamera an der Seite von gestandenen Schauspielern wie Christina Papst oder Kai Börner vom Staatstheater Cottbus.

Auch Svenya Cheyenne kann schon auf einige Filme in ihrer Vita verweisen. In „Mittel und Wege“ spielt sie eine junge Frau, die nach außen stark und cool wirkt ( was sich auch in ihren flippigen Klamotten ausdrückt), tief in ihrem Inneren aber einen weichen Kern hat.

„Mittel und Wege“ vermeidet hektische Bilder (Kamera: Karl Kürten) und schnelle Schnitte, setzt vielmehr auf ruhige Kamerafahrten und lange Einstellungen, immer abwechselnd mit Blick auf die beiden Protagonisten des Films und dem Milieu, dem sie entstammen. Die alten Plattenbauten am Cottbuser Stadtrand bilden dafür die perfekte Kulisse.

Wie Juliane A. Ahrens schon während der Dreharbeiten andeutete, soll der Film „Mittel und Wege“ irgendwann auch in Cottbus gezeigt werden. Zuvor erfolgt jedoch erst einmal die Film-Festivalauswertung.

Artikel veröffentlicht:
23.10.2015 nl_aktuell