Filmperlentaucher

CZEKAJĄC NA MIŁOŚĆ (Warten auf die Liebe)

Eine herrschsüchtige Königin, die ihren freiheitsliebenden, jedoch unbeholfenen Sohn unter die Haube bringen will; eine Königstochter (Dominika Najdek), die so häßlich ist, daß sogar deren Vater, der König, daran denkt, seine Tochter an den Drachen des Waldes zu verfüttern; ein Sekretär (Sławomir „Słowik“ Kaczmarek) des Königs, der in die Hofdame Marysia (Olga Łasak) verliebt ist und mit Handpuppen spielt; ein Knappe als Prinz verkleidet, der sich die Königstochter schön säuft; ein König, der neben dem Treiben seiner häßlichen Tochter noch damit zu tun hat, seine heimliche Geliebte vor dem Hofstaat zu verstecken sowie zwei Angsthasen als Wachpersonal – es gibt Märchen mit weniger lustigem und durchgeknalltem Personal. Den Zuschauer freut es. Und auch wenn das Ende vorhersehbar ist, ist es bis dahin ein unterhaltsamer Weg voller Überraschungen, Missverständnisse, Situationskomik, schöner Musik und jeder Menge Anspielungen auf die Errungenschaften der heutigen Zeit.

Der echte Prinz (Aleksander Wróblewicz) trifft sich mit Marysia (Olga Łasak) – Foto: (c) 29. FilmFestival Cottbus

Der polnische Regisseur Tomasz Łupak versammelt in seiner Low-Budget-Produktion „CZEKAJĄC NA MIŁOŚĆ“ (deutscher Titel: „Warten auf die Liebe“) einige der bekanntesten Kabarettisten seines Landes. Die Hauptrolle des Prinzen besetzte er mit seinem guten Freund Aleksander Wróblewicz. Das Drehbuch schrieb Władysław „Sikor“ Sikora, der auch den König spielt. Gedreht wurde u.a. im Ethnografischen Museum in Zielona Góra, im Keller des Schlosses in Siedlisk und im Fürstenpalast in Žagań.

„Märchen haben in Polen nicht die gleiche Bedeutung wie in Deutschland.“, sagte Tomasz Łupak nach der Vorführung seines Filmes im Rahmen des 29. Filmfestivals Cottbus. Wohl auch deshalb hatte er den Mut zur Märchenfilm-Parodie und ließ seine Darsteller viele Szenen einfach improvisieren. Und manche Filmsequenzen haben zuweilen die Optik von Werbefilmen.

„CZEKAJĄC NA MIŁOŚĆ“ ist ein wunderbarer Film mit einer wunderbaren Geschichte, wunderhübschen Frauen (na ja, bis auf die eine…), fantastischen Landschaftsbildern und einem Familiengeheimnis, daß erst ganz am Ende des Films aufgelöst wird.

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