Everybody’s Famous – Jeder ist ein Star

Everybodys FamousOriginaltitel: Iedereen beroemd!
Frankreich, Belgien, Niederlande 2000
Kinostart Deutschland: 07.02.2002
ca. 97 min

Jean (Josse De Pauw) ist ein einfacher Fabrikarbeiter und arbeitet am Fließband. Sein größter Wunsch ist es, daß seine Tochter Marva (Eva van der Gucht) eine erfolgreiche Sängerin wird. Dabei scheitert diese ständig bei örtlichen Gesangswettbewerben kläglich. Das liegt nicht nur daran, daß Marva etwas pummelig ist, sondern auch, weil ihre Gesangskünste wirklich bescheiden sind. Aber das kann einen Vater wie Jean nicht davon abhalten, einen Song zu komponieren, auch wenn Marva mittlerweile von den Bemühungen ihres Vaters genervt ist.

Als Jean auch noch seinen Job verliert, entführt er in seiner Verzweiflung mit seinem Kumpel Willy (Werner De Smedt) die beliebteste Sängerin des ganzen Landes, Debbie (Thekla Reuten). Als „Lösegeld“ fordert Jean von Debbies Manager, daß der eine Platte mit Marva aufnimmt, natürlich auch mit seinem Lied. Alles läuft prima – zunächst. Denn die Platten der Geisel verkaufen sich plötzlich wie verrückt und bescheren dem Manager somit eine Menge Geld. Also warum soll er Debbie zurücknehmen?

Willy verliebt sich auch noch in Debbie und brennt mit ihr durch. Die ganze Sache scheint Jean aus den Händen zu gleiten, denn die Polizei rückt auch schon an…

Was sich wie die Story eines Thriller anhört, ist eine amüsante Komödie des flämischen Regisseurs . Glücksgriff bei der Wahl der Darsteller war sicherlich die Besetzung der Debbie mit dem niederländischen Filmstar Thekla Reuten, bei uns eher bekannt aus Filmen wie „Rosenstrasse“ oder „Zwillinge„. In „Ledereen Beroemd“ (so der Originaltitel des Films) zeigt Thekla Reuten, daß sie nicht nur gut schaupielern, sondern auch singen kann, denn die beiden Gesangstitel der Debbie wurden von Thekla Reuten eingesungen und erschienen sogar als Single-Auskopplung im Nachbarland. Auch die Titelmelodie „Lucky Manuelo“ wurde im Original von Marva alias Eva van der Gucht interpretiert. Und ganz nebenbei gibt es im Film noch Gastauftrite von Freddy Mercury- und Julio Iglesias-Doubles.

Josse De Pauw spielt den einfachen Mann, den Verlierer, der nicht aufgibt und an seine Träume glaubt, so stark, daß man ihm die Rolle ohne Zweifel abnimmt. Werner De Smedt als Willy dagegen wirkt manchmal etwas zu bemüht, den einfachen Menschen darzustellen.

„Jeder ist ein Star“ ist einerseits eine Milieustudie der Bewohner einer Siedlung, deren einziger Arbeitgeber Pleite macht, und auf der anderen Seite ist der Film Zeugnis über die Machenschaften im Showgeschäft und die Macht der Medien. Das wird besonders dann auffällig, wenn die entführte Debbie die Fernsehnachrichten Ihrer eigenen Entführung kommentiert.

Der Film ist sehr unterhaltsam, auch wenn er nicht der große Abräumer in den Kinos war. Aber gute europäische Filme haben es meistens immer schwerer, das richtige Publikum zu finden. Die den Film gesehen haben, waren beigeistert und vergaben Publikumspreise an diesen Film. 2001 folgte eine Nominierung für den Oscar als bester fremdsprachiger Film.

Filmkritik veröffentlicht:

03.03.2008 Zelluloid klein

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