„Auf der Suche“ – die etwas andere Filmpremiere

PLAKAT (WEB) Auf Der Suche 2016Ein ungewöhnliches Kinoerlebnis hatten im Cottbuser Weltspiegel die gut 350 Besucher der Weltpremiere von „Auf der Suche“, dem ersten interaktiven Film. In Anwesenheit fast des gesamtes Filmteams verriet Moderator Olaf Pöschk dann auch gleich zur Eröffnung der Veranstaltung, was den Zuschauer erwartet: „Ich darf live im ‚Weltspiegel‘ zocken und Sie dürfen mir dabei zusehen!“, freute er sich.

„Auf der Suche“ ist ein Mix aus Spielfilm und Computerspiel. Erdacht hat sich das Konzept Erik Schiesko, bekannt für seine Filme „Blaue Stunde“ oder „Holger und Hanna (und der ganze kranke Rest)“. Doch Schiesko wollte etwas Besonderes schaffen: ein (Film)Spiel mit Lausitzer Motiven und realen Lausitzer Darstellern. Unterstützung für sein Projekt fand er bei der LAUSITZER RUNDSCHAU, die Erik Schiesko und seinem Team u.a. Zugang zum LR-Archiv und zu den Redaktionsräumen ermöglichte. Chefredakteur Johannes M. Fischer würdigte dann auch in seinem kurzen Grußwort das Ergebnis: „Was hier geschaffen wurde, ist einzigartig und beweist einmal mehr, daß Cottbus so einiges zu bieten hat!“.

Erik Schiesko beim Sektempfang vor der Premiere

Erik Schiesko beim Sektempfang vor der Premiere

Doch wie soll man sich einen interaktiven Film im Kino vorstellen? Genau das war das Experiment, daß Erik Schiesko, Programmierer Robert Baruck und Spieldesigner Olaf Pöschk an diesem Abend wagten. Das Bildmaterial wurde vom Laptop auf die große Leinwand übertragen. Neben fiktionalen Filmsequenzen, die die Handlung vorantreiben, gilt es immer auch wieder, bestimmte Aufgaben zu lösen. Während Olaf Pöschk auf seinem Sofa auf der Bühne dem Zuschauer erklärte, wie das Spiel abläuft, durfte Georg Martin in die Rolle des Spielers schlüpfen und verschiedene Rätsel lösen. Bei richtiger Antwort läuft das Spiel weiter, bei falscher Antwort folgen witzige Einspieler, die im Publikum für viel Gelächter sorgten. So wird bei einem Bewerbungsgespräch schon mal die Bewerbungsmappe zerrissen oder die Sekretärin platzt ins Gespräch und verkündet den Weltuntergang.

Gezeigt wurden knapp zwei Stunden Film- und Spielmaterial, viele Level wurden auf Zeitgründen übersprungen. Die effektive Spielzeit hat Olaf Pöschk mit 4-5 Stunden angegeben, und das auch nur, wenn man alle Rätsel beim ersten Versuch löst. Aber dann verpaßt man eben auch die vielen kleinen lustigen Überraschungen, die überall in das Spielkonzept eingebaut sind.

Letztendlich gelang das Experiment, wie der Applaus des Publikums verdeutlichte. Erik Schiesko versammelte noch einmal alle am Film Beteiligte auf der Bühne um sich herum und lud dann zu einem kleinen Bufett (passend zum Filmthema mit DDR-Gerichten) und zur großen Aftershow-Party ein. „Ich habe in den vergangenen Wochen soviel Zeit in die Fertigstellung des Films investiert, daß ich jetzt einfach nur noch feiern will!“, so Schiesko zum Abschluß.

Und wie kam das Projekt beim Publikum an? Viele waren überrascht von der professionellen Umsetzung und vom Produktionsaufwand. Aber sie waren auch neugierig, das Spiel selber einmal auszuprobieren. Ab Ende Februar besteht dazu auf einer speziell eingerichteten Webseite unter www.spielfilm.click die Möglichkeit.

Die beiden Hauptdarsteller Vanessa Jordan-Heinrich und Leander Linz

Die beiden Hauptdarsteller Vanessa Jordan-Heinrich und Leander Linz

„Auf der Suche“ – Erik Schieskos neuestes Projekt kurz vor der Premiere.

Bei Erik Schiesko, der mit seinem Spielfilm-Debüt „Blaue Stunde“ sowie mit „Holger und Hanna (und der ganze kranke Rest)“ für Furore sorgte und mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad in der Region besitzt, steigt die Anspannung. Nur noch wenige Tage, und sein neuestes Projekt feiert am 22. Januar 2016 im Cottbuser Weltspiegel seine Premiere.

Mit „Auf der Suche“ – so der Name des Filmes – wagt sich Schiesko auf völlig neues Terrain. Zum ersten Mal wird ein Film interaktiv auf die Kinoleinwand gebracht, d.h. es entsteht ein Spielfilm mit Computerspieleinlagen. Oder, je nach Betrachtungsweise, ein Computerspiel mit Filmsequenzen. Gut möglich, dass mit „Auf der Suche“ ein komplett neues Filmgenre geschaffen wird.

„Erstmalig entsteht ein interaktiver Film, dessen Thematik in der Lausitz angesiedelt ist.“ verrät der Filmemacher. „Dabei ist die Handlung nicht nur für Einheimische interessant. Der Spieler bzw. der Zuschauer wird auch vieles über die Lausitz erfahren, was er so vielleicht noch nicht kennt!“

Die Handlung des Filmes ist schnell erzählt: Ein junger Reporter namens Lukas kommt einer Verschwörung auf die Schliche. Er findet in einem Archiv einen Artikel aus den 80er Jahren, welcher seinen Tod beschreibt. Auf der Suche nach der Wahrheit deckt der Held nach und nach die Geschichte einer verflossenen Liebe auf, die für sein eigenes Schicksal verantwortlich scheint.

Der Spieler am PC oder mobilen Endgerät steuert Lukas durch verschiedene Orte und Situationen, lässt ihn Gegenstände einsammeln und versucht durch Geschick und Kombinationsgabe, das Mysterium um die geheimnisvolle Anzeige zu lösen. Das Spielprinzip kennen viele als “Point & Click”-Adventure vom heimischen Computer. Zusätzlich bringen filmische Rückblenden die Geschichte voran und offenbaren wichtige Informationen.

Während der Spielanteil in der Jetztzeit angesiedelt ist, werden die Ereignisse des Jahres 1986 in kurzen Filmszenen dargestellt.

Gerade der Sprung zurück in die Vergangenheit stellte das Filmteam vor größere Herausforderungen. Die jungen Filmemacher kennen die DDR nur aus Erzählungen ihrer Eltern. Kulissen, Requisiten und Handlungen sollten trotzdem so originalgetreu wie möglich sein, selbst an Fahrzeuge und Uniformen wurde gedacht. Geholfen haben oft Bekannte und Freunde mit Leihgaben und Fachwissen.
Auf der Suche nach geeigneten Motiven wurde Erik Schiesko auch in Forst fündig. Die alten Tuch-Fabriken und noch unsanierten Häuser im DDR-Einheitsgrau waren für den Regisseur die perfekte Kulisse für ein Abbild der damaligen Zeit. „Schienenstränge wie die der ehemaligen Forster Stadteisenbahn, die an manchen Abschnitten noch in Kopfsteinpflaster eingefasst sind, sucht man in Cottbus vergebens.“, so Schiesko.
Auch alte DDR-Fahrzeuge mussten organisiert werden. Cottbusverkehr stellte für die Filmaufnahmen eine alte Straßenbahn aus den 80er Jahren bereit. Oldtimersammler Matthias Regina von „Trabi Cottbus“ überließ kurzzeitig einen grünen Wartburg für die Dreharbeiten. Am Lenkrad saß Ronne Noack, in Cottbus besser als Postkutscher bekannt. Matthias Regina selbst spielt als Volkspolizist mit, natürlich stilecht in einem original VP-Funkstreifenwagen.
Für eine Familienszene wurde sogar eine leerstehende Wohnung in Forst mit Möbeln aus Haushaltsauflösungen komplett neu eingerichtet.

Weitere Motive fanden die Filmemacher in Groß Jamno, im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf, im Tierpark Cottbus und in Jänschwalde.

Die Dreharbeiten hielten aber noch eine ganz andere Überraschung parat. Vanessa Jordan-Heinrich, die in den Filmpassagen die Rolle der Janette spielt, verrät eine kleine Anekdote: „Leander Linz, der Hauptdarsteller, und ich, wir kennen uns schon aus dem Kindergarten. Nach der Grundschule haben wir uns aus den Augen verloren. Erst hier beim Dreh haben wir uns wieder getroffen.“
Für Erik Schiesko war das Zusammentreffen ebenfalls ein Glücksfall: „Es ist zwar reiner Zufall, dass sich Vanessa und Leander wieder trafen. Aber da die Chemie bei den Beiden stimmt, hat sich das gut auf die gemeinsamen Szenen ausgewirkt.“

Erstes bewegtes Bildmaterial konnten Besucher des 25. Cottbuser Filmfestivals bei einer Art „Making Of“-Präsentation sehen. Aus dem Publikum kam durchweg nur positive Resonanz. Ablehnende Meinungen gab es keine, alle waren überrascht, welche Möglichkeiten sich durch die Kombination von Spielfilm und Computerspiel ergeben. Selbst Fachbesucher des Filmfestivals attestierten Erik Schieskos Projekt Potenzial fürs große Kino.

Die Handlung des Spiels greift neben den Geschichten um Lukas und Janette auch ernste Themen auf. Trotzdem gibt es für den Nutzer immer wieder unterhaltsame Momente. Werden nämlich im Spieleteil Rätsel falsch gelöst, erwarten den Spieler unvorhergesehene Überraschungen.

Die Cottbuser Zuschauer werden viele bekannte Gesichter wiedererkennen. In den Filmszenen agieren neben den beiden Hauptdarstellern Leander Linz und Vanessa Jordan-Heinrich bekannte Cottbuser Schauspieler. Ronne Noack wurde schon erwähnt. In einer anderen Szene spielt Matthias Heine vom Piccolo-Theater zusammen mit Laura Maria Hänsel vom Staatstheater Cottbus. Ihre Rollen sorgten schon während der Dreharbeiten für den einen oder anderen Lacher am Set.AufDerSuchePromo23

Bis der Film allerdings auf der großen Leinwand zu sehen ist, müssen Erik Schiesko und sein Team noch viel Zeit und Arbeit in das Projekt investieren. „Mehrere hundert Gigabyte Daten müssen verarbeitet und Handlungsstränge miteinander verknüpft werden. Zusätzlich sind viele ToDo-Listen noch abzuarbeiten.“, erklärt Erik Schiesko. Programmierer Robert Baruck musste sich dafür extra ein neues Computerprogramm schreiben, um die Interaktion des Filmes darstellen zu können. Erfahrungen, ob und wie es letztendlich funktioniert, gibt es bisher noch nicht.

Erik Schiesko ist verhalten optimistisch. Der Zuspruch und die Vorschläge von Film- und Computerfreaks, den er und seine Mitstreiter bei der Präsentation während des Filmfestivals erhielten, waren Aufmunterung und Aufforderung zugleich. „Wir wollen und wir werden bis zur Premiere am 22. Januar fertig sein!“, verkündet Erik Schiesko und macht sich gleich wieder an die Arbeit.

Bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, daß „Auf der Suche“ genauso den Nerv des Publikums trifft wie Erik Schieskos bisherige Projekte. Ab 8. Februar 2016 erfolgt die Freischaltung, dann kann sich Jeder über eine eigens dafür eingerichtete Webseite selber auf die Suche nach des Rätsels Lösung begeben.

(c) für alle Fotos: KonturProjekt

Viel Zuspruch für „Auf der Suche“ beim Cottbuser Filmfestival

25-FFCottbus-Marke-long-I_weiss_webIm Rahmen des 25. Filmfestival Cottbus stellte Filmemacher Erik Schiesko am Dienstagnachmittag sein neuestes Projekt vor. Mit „Auf der Suche“ – so der Name des Filmes – wagt sich Schiesko auf neues Terrain. Zum ersten Mal wird ein Film interaktiv auf die Kinoleinwand gebracht, d.h. es entsteht ein Spielfilm mit Computerspieleinlagen. Oder, je nach Betrachtungsweise, ein Computerspiel mit Filmsequenzen.

Erfahrungen, ob und wie es funktioniert, gibt es bisher noch nicht. Entsprechend tief stapelt Erik Schiesko bei der Vorstellung des „Making Of“ zum Film in der Kammerbühne in Anwesenheit einiger Mitwirkender, darunter Hauptdarstellerin Vanessa Jordan-Heinrich in Vertretung des erkrankten Leander Linz. „Was Sie gleich sehen werden, sind etwa 10% von der Endfassung. Vieles ist noch unbearbeitet oder muss noch programmiert werden. Wir wissen selber nicht, wie es auf der großen Kinoleinwand wirkt und bitten deshalb um Ihre Anregungen!“, entschuldigt sich Erik Schiesko schon mal vorab.

2015-11-03_FFC_Auf der Suche_(c) Thoralf Haß

v.l.n.r.: Robert Baruck (Programmierer), Erik Schiesko (Regie), Olaf Pöschk (Spieldesign), Vanessa Jordan-Heinrich (Hauptdarstellerin)

Die Handlung des Filmes ist schnell erzählt: Ein junger Reporter kommt einer Verschwörung auf die Schliche. Er findet in einem Archiv einen Artikel aus den 80er Jahren, welcher seinen Tod beschreibt. Auf der Suche nach der Wahrheit deckt der Held nach und nach die Geschichte einer verflossenen Liebe auf, die für sein eigenes Schicksal verantwortlich scheint.
Die Filmsequenzen wurden komplett in der Lausitz gedreht, u.a. in Cottbus, Jänschwalde oder Forst.

Zunächst startet „Auf der Suche“ wie ein gewöhnlicher Spielfilm. Ein Sprung ins Jahr 1986 zeigt, wie sich ein junges Paar findet. Dialoge, Filmmusik, Vorspann – alles wie gehabt. Dann der Sprung in die Gegenwart. Plötzlich friert das Bild ein. Nun muss der Zuschauer am Computer durch Lösen verschiedener Aufgaben herausfinden, wie die Handlung fortgesetzt werden kann. Lukas Schuck, Schauspieler an der „BÜHNE acht“, traut sich diesen Part zu. Und während sich Lukas durch die virtuellen Welten klickt, erläutern Erik Schiesko, Spieldesigner Olaf Pöschk und Programmierer Robert Baruck den Zuschauern, was später zu beachten sein wird und wie das Konzept der Interaktivität funktioniert.

„Es war für mich, der nicht so oft am Computer spielt, einfach, die Aufgabenstellung zu verstehen und umzusetzen.“, fasst Lukas Schuck seine Erfahrungen zusammen. Auch aus dem Publikum kommt nur positive Resonanz. Ablehnende Meinungen gibt es keine, alle sind überrascht, welche Möglichkeiten sich durch die Kombination von Spielfilm und Computerspiel ergeben. Selbst Fachbesucher des Filmfestivals attestieren Erik Schieskos Projekt Potenzial fürs Kino. Auch für jemanden, der die Lausitz nicht kennt, ist der Film sehenswert, erfährt er doch durch eingebaute Überraschungen so einiges.

Welch gewaltige Arbeit hinter dem Projekt steht, erläuterte Erik Schiesko anhand einiger Beispiele aus der Produktionsphase. Mehrere hundert Gigabyte Daten müssen verarbeitet werden. Robert Baruck musste sich ein neues Computerprogramm schreiben, um die Interaktion darstellen zu können. Lange ToDo-Listen, die noch abzuarbeiten sind, und Darstellungen logischer Verknüpfungen der im Spiel gesammelten Hinweise zeugen vom enormen Aufwand.

Bis zur Premiere am 22. Januar 2016 im Cottbuser Weltspiegel steht für Erik Schiesko und Robert Baruck noch viel Arbeit an. Den Zuspruch und die Vorschläge von Film- und Computerfreaks, den die Beiden bei der gestrigen Präsentation erhielten, können alle an dem Projekt Beteiligte gut gebrauchen. Gut möglich, dass mit „Auf der Suche“ ein komplett neues Filmgenre geschaffen wird.

Interaktiver Film „Auf der Suche“ kann getestet werden

Auf der Suche Making Of

(c) KonturPROJEKT

Erik Schieskos neuester Streich, der interaktive Spielfilm „Auf der Suche„, befindet sich in der Endphase, was Produktion und Programmierung betrifft.

Im Rahmen des Filmfestivals Cottbus, wo das Projekt in der Sektion „Specials“ an den Start geht, können Interessierte schon mal einen kurzen Ausschnitt aus dem Film sehen und sind anschließend zur Interaktion mit einer B-Version des Filmes eingeladen.

Am 03. November um 17:00 Uhr geben Regisseur Erik Schiesko, Hauptdarsteller Leander Linz, Programmierer Robert Baruck und Spieldesigner Olaf Pöschk in der Kammerbühne Cottbus in einer Art „Making Of“ Einblicke in die Dreharbeiten und erläutern, wie das interaktive Konzept umgesetzt wurde.

„Auf der Suche“ ist ein Spiel-Film oder Film-Spiel. Darin kommt ein junger Reporter einer Verschwörung auf die Schliche. Er findet in einem Archiv einen Artikel aus den 80er Jahren, welcher seinen Tod beschreibt. Auf der Suche nach der Wahrheit deckt der Held nach und nach die Geschichte einer verflossenen Liebe auf, die für sein eigenes Schicksal verantwortlich scheint.

Der Zuschauer bzw. Spieler hilft dabei, den mysteriösen Vorfall aufzuklären. Er muß sich durch die Kulissen klicken, um Hinweise für die Lösung zu erhalten. Neben den interaktiven Sequenzen gibt es auch immer wieder kurze Filmeinspieler, die die Handlung vorantreiben und wichtige Hintergrund-Informationen geben.

Die Filmsequenzen wurden komplett in der Lausitz gedreht. Neben Nachwuchsdarstellern agieren auch gestandene Schauspieler wie Ronne Noack, Mathias Heine oder Laura Maria Hänsel vor der Kamera.

Feierliche Premiere von „Auf der Suche“ wird am 22. Januar 2016 um 20:00 Uhr im WELTSPIEGEL Cottbus sein.

Vanessa – Ein Juwel, das nicht geschliffen werden möchte

Auf der Suche“ ist der Name eines interaktiven Films, der derzeit in der Lausitz gedreht wird. Auf die Suche muss sich auch der Filmfreund machen, will er gut gemachtes Kino jenseits vom Einheitsbrei der großen Filmstudios und Fernsehsender sehen. Die Schauspielerin und Produzentin Marina Anna Eich nennt solche 0815-Filme mit austauschbarer Handlung und Darstellern einfach nur Fließband-Produkte.
Manchmal wird der Filmfreund aber auch fündig und es kommen richtige Perlen zum Vorschein – Filme kleinerer und unabhängiger Produktionsfirmen, die vor Kreativität nur so strotzen.

Und manchmal trifft man dabei auf Menschen, die etwas Besonderes haben. Vanessa Jordan-Heinrich ist so ein Mensch.
Die 17jährige aus Raddusch im Spreewald geht noch auf das Gymnasium. Sie versuchte im Frühjahr 2014 in Cottbus bei einem Casting für den Film „Auf der Suche“ ihr Glück. Einige Wochen später steht ihr Name auf dem Filmposter und in den Credits. Vanessa wurde von Regisseur und Produzent Erik Schiesko für die Hauptrolle ausgewählt. „Auf der Suche“ wird ihre erste große Filmrolle. Zuvor spielte Vanessa nur im Schultheater und wirkte als Komparsin im ZDF-Spreewaldkrimi „Die Tränen der Fische“ mit. Und nun die Rolle der Janette, die nachdenklich ist und ihren Platz im Leben sucht. Hinzu kommt, dass Janette ausgerechnet jetzt ihrer ersten großen Liebe begegnet…

Es sind nur ein paar wenige Drehtage, die Vanessa zu absolvieren hat. Der interaktive Film besteht aus Sequenzen eines „Point & Click“-Computerspiels und filmisch umgesetzte Rückblenden, die die einzelnen Spielteile verbinden und Informationen zur Handlung liefern. Geschätzt wird der Anteil an Filmszenen auf etwa 30 Minuten, also durchaus eine anständige Kurzfilmlänge.

Dem neutralen Beobachter und besagtem Filmfreund, der aus den verschiedensten Gründen am Filmset von „Auf der Suche“ tätig ist und die hübsche Blondine während der Dreharbeiten sieht, fällt sofort Eines auf: Da hat aber mal Jemand soviel Talent, das reicht für mehrere „Daily-Soap“- und Möchtegern-Schauspieler zusammen!
Am ersten Drehtag hält man das noch für eine Eintagsfliege, am zweiten Drehtag – na, ja, kann passieren, dass man mal einen guten Tag hat. Doch die guten Tage werden immer mehr und der Gesamteindruck wird nicht schlechter!

Dreharbeiten zu "Auf der Suche", 24.06.2014

Szenenfoto aus „Auf der Suche“ mit Vanessa Jordan-Heinrich und Leander Linz

Vanessa ist zwar das „Küken“ am Filmset, lässt sich das aber nicht anmerken. Sie spielt sich nicht in den Vordergrund, verbreitet stattdessen ständig gute Laune, flirtet regelrecht mit den Kameras, egal ob Film-, Making-Of oder Setfoto-Kamera. Sie kommt mit den anderen Darstellern genauso gut klar wie mit den Leuten vom Filmteam. Sie erscheint top vorbereitet am Set. Wo andere Schauspieler, auch Profis, noch mal kurz einen Blick ins Drehbuch riskieren, um zu prüfen, ob der Text sitzt, kommt Vanessa ohne Spickzettel aus. Vorgaben des Regisseurs werden anstandslos umgesetzt, gewünschte Emotionen wie Traurigkeit oder Wut sind spätestens beim dritten Versuch abrufbereit. Vanessa hat mehr als einen Gesichtsausdruck auf Lager, Gestik und Mimik passen zur Rolle. Fast scheint es, als habe sie diese verinnerlicht.

Und dann macht sie ihr Meisterstück. In einer Szene soll sie mit einem Nervenzusammenbruch aus lauter Verzweiflung und voller Wut ihr Zimmer verwüsten. Die Ansage des Regisseurs war, erst mal alles bewegliches Mobiliar auf links drehen. Sollte etwas übersehen werden, ruft er hinein. Zum Schluss war geplant, eine Vase an die Wand zu schleudern.
Doch es kommt anders. Nach dem „Und bitte!“ des Regisseurs fängt Vanessa mit ihrem Zusammenbruch an. Erstes Opfer: die Vase. Der Wurf an die Wand kommt so plötzlich, spontan und so heftig mit voller Wucht, dass alle hinter der Kamera zusammenzucken. Vanessa tobt sich aus, ein Reinrufen ist gar nicht notwendig. Ohne Rücksicht auf die im Zimmer liegenden Scherben von der Vase tut die barfüßige Vanessa das, was laut Drehbuch verlangt wird: Voller Spielfreude ein Zimmer verwüsten.

2014-07-04 Dreharbeiten zu ''Auf der Suche'', Janettes Zimmer 027

Nach dem Nervenzusammenbruch

Man kann solche Szenen in mehreren Einstellungen drehen, choreografieren oder mit Double drehen. Oder man vertraut seiner Hauptdarstellerin, lässt sie einfach spielen und hofft, dass es gut geht.
Bei Vanessa geht alles gut – keine Verletzungen, aufatmende Betreuer, ein zufriedener Regisseur, eine schwierige Szene mit Leichtigkeit gemeistert, perfekte Bilder im Kasten.

Als Schauspielerin kann man so eine Szene leicht verhauen. Oder man hat etwas, das man nur bedingt als „Talent“ bezeichnen kann. Vanessa ist scheinbar ein Rohdiamant, ein Glücksfall für jeden Filmemacher. Ein ungeschliffenes Juwel, das nur einen Haken hat: „Ich will keine Schauspielerin werden, sondern lieber etwas Bodenständiges machen. Ich will Lehrerin werden!“, sagt Vanessa. Schauspielern will sie nur nebenbei, aus Spaß an der Freude, ohne ernsthafte Ambitionen und doch schon mit einer gewissen Selbstkritik: „Vieles würde ich gerne noch besser hinbekommen und oft ärgere ich mich auch über mich selbst.“

Was für ein Tiefschlag für den Filmfreund. Da ist endlich mal Jemand, der sich positiv von der breiten Masse mehr oder weniger talentierter Schauspieler abhebt und die deutsche Filmlandschaft auf seine ganz spezielle Art und Weise bereichern könnte, und dann wird nichts draus. Weil dieser Jemand so unendlich normal ist und lieber auf Nummer sicher geht! Das ist fast schon ein Zeichen von Größe.

So groß wie auch ihre Einstellung zu den Filmdrehs. In einigen Szenen musste Vanessa nur mit dem Nötigsten bekleidet vor der Kamera herumlaufen. Von einer 17jährigen erwartet man nicht unbedingt große Worte und Taten in solchen Situationen. Zurückhaltung, Schüchternheit mit einem Hang zur Verklemmtheit, Angst – das ist es wohl, was man von Gelegenheits-Schauspielerinnen in Vanessas Alter erwartet. Auf die Frage des Filmfreundes, wieviel Überwindung solche Szenen kosten, meint sie nur: „Das gehört zum Schauspielern dazu. Man muss sich die ganze Zeit überwinden. Das ist eben die Herausforderung dabei. Und je mehr man sich in die Rolle einfühlt, desto weniger hat man auch ein Problem damit, immer einen Schritt weiter zugehen!“
Unfassbar – ein Neuling ohne Erfahrung, talentiert bis zum Gehtnichtmehr und abgebrüht wie ein alter Hase. Und so etwas wird vermutlich einem breiten Publikum verborgen bleiben!

Einen Schritt weiter, nämlich wieder auf die Suche muss auch der Filmfreund gehen. Menschen wie Vanessa Jordan-Heinrich begegnen ihm nicht alle Tage. Umso schöner, wenn es solche Tage gibt: Ein Juwel entdeckt, das nicht geschliffen werden möchte. Schade eigentlich – oder glücklicherweise!

Wie beruhigend bei aller Euphorie über Vanessa Talent – ein kleines Manko hat der Filmfreund dann doch noch entdeckt: Als es darum ging, für eine Szene einen bestimmten Lidstrich aufzutragen, kam doch wieder der ganz gewöhnliche aufmüpfige Teenager durch, der bei der Auswahl der richtigen Schminke unbedingt ein Wörtchen mitreden möchte!

Wie kann man nur so herrlich normal sein…

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