„Auf der Suche“ – die etwas andere Filmpremiere

PLAKAT (WEB) Auf Der Suche 2016Ein ungewöhnliches Kinoerlebnis hatten im Cottbuser Weltspiegel die gut 350 Besucher der Weltpremiere von „Auf der Suche“, dem ersten interaktiven Film. In Anwesenheit fast des gesamtes Filmteams verriet Moderator Olaf Pöschk dann auch gleich zur Eröffnung der Veranstaltung, was den Zuschauer erwartet: „Ich darf live im ‚Weltspiegel‘ zocken und Sie dürfen mir dabei zusehen!“, freute er sich.

„Auf der Suche“ ist ein Mix aus Spielfilm und Computerspiel. Erdacht hat sich das Konzept Erik Schiesko, bekannt für seine Filme „Blaue Stunde“ oder „Holger und Hanna (und der ganze kranke Rest)“. Doch Schiesko wollte etwas Besonderes schaffen: ein (Film)Spiel mit Lausitzer Motiven und realen Lausitzer Darstellern. Unterstützung für sein Projekt fand er bei der LAUSITZER RUNDSCHAU, die Erik Schiesko und seinem Team u.a. Zugang zum LR-Archiv und zu den Redaktionsräumen ermöglichte. Chefredakteur Johannes M. Fischer würdigte dann auch in seinem kurzen Grußwort das Ergebnis: „Was hier geschaffen wurde, ist einzigartig und beweist einmal mehr, daß Cottbus so einiges zu bieten hat!“.

Erik Schiesko beim Sektempfang vor der Premiere

Erik Schiesko beim Sektempfang vor der Premiere

Doch wie soll man sich einen interaktiven Film im Kino vorstellen? Genau das war das Experiment, daß Erik Schiesko, Programmierer Robert Baruck und Spieldesigner Olaf Pöschk an diesem Abend wagten. Das Bildmaterial wurde vom Laptop auf die große Leinwand übertragen. Neben fiktionalen Filmsequenzen, die die Handlung vorantreiben, gilt es immer auch wieder, bestimmte Aufgaben zu lösen. Während Olaf Pöschk auf seinem Sofa auf der Bühne dem Zuschauer erklärte, wie das Spiel abläuft, durfte Georg Martin in die Rolle des Spielers schlüpfen und verschiedene Rätsel lösen. Bei richtiger Antwort läuft das Spiel weiter, bei falscher Antwort folgen witzige Einspieler, die im Publikum für viel Gelächter sorgten. So wird bei einem Bewerbungsgespräch schon mal die Bewerbungsmappe zerrissen oder die Sekretärin platzt ins Gespräch und verkündet den Weltuntergang.

Gezeigt wurden knapp zwei Stunden Film- und Spielmaterial, viele Level wurden auf Zeitgründen übersprungen. Die effektive Spielzeit hat Olaf Pöschk mit 4-5 Stunden angegeben, und das auch nur, wenn man alle Rätsel beim ersten Versuch löst. Aber dann verpaßt man eben auch die vielen kleinen lustigen Überraschungen, die überall in das Spielkonzept eingebaut sind.

Letztendlich gelang das Experiment, wie der Applaus des Publikums verdeutlichte. Erik Schiesko versammelte noch einmal alle am Film Beteiligte auf der Bühne um sich herum und lud dann zu einem kleinen Bufett (passend zum Filmthema mit DDR-Gerichten) und zur großen Aftershow-Party ein. „Ich habe in den vergangenen Wochen soviel Zeit in die Fertigstellung des Films investiert, daß ich jetzt einfach nur noch feiern will!“, so Schiesko zum Abschluß.

Und wie kam das Projekt beim Publikum an? Viele waren überrascht von der professionellen Umsetzung und vom Produktionsaufwand. Aber sie waren auch neugierig, das Spiel selber einmal auszuprobieren. Ab Ende Februar besteht dazu auf einer speziell eingerichteten Webseite unter www.spielfilm.click die Möglichkeit.

Die beiden Hauptdarsteller Vanessa Jordan-Heinrich und Leander Linz

Die beiden Hauptdarsteller Vanessa Jordan-Heinrich und Leander Linz

„Auf der Suche“ – Erik Schieskos neuestes Projekt kurz vor der Premiere.

Bei Erik Schiesko, der mit seinem Spielfilm-Debüt „Blaue Stunde“ sowie mit „Holger und Hanna (und der ganze kranke Rest)“ für Furore sorgte und mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad in der Region besitzt, steigt die Anspannung. Nur noch wenige Tage, und sein neuestes Projekt feiert am 22. Januar 2016 im Cottbuser Weltspiegel seine Premiere.

Mit „Auf der Suche“ – so der Name des Filmes – wagt sich Schiesko auf völlig neues Terrain. Zum ersten Mal wird ein Film interaktiv auf die Kinoleinwand gebracht, d.h. es entsteht ein Spielfilm mit Computerspieleinlagen. Oder, je nach Betrachtungsweise, ein Computerspiel mit Filmsequenzen. Gut möglich, dass mit „Auf der Suche“ ein komplett neues Filmgenre geschaffen wird.

„Erstmalig entsteht ein interaktiver Film, dessen Thematik in der Lausitz angesiedelt ist.“ verrät der Filmemacher. „Dabei ist die Handlung nicht nur für Einheimische interessant. Der Spieler bzw. der Zuschauer wird auch vieles über die Lausitz erfahren, was er so vielleicht noch nicht kennt!“

Die Handlung des Filmes ist schnell erzählt: Ein junger Reporter namens Lukas kommt einer Verschwörung auf die Schliche. Er findet in einem Archiv einen Artikel aus den 80er Jahren, welcher seinen Tod beschreibt. Auf der Suche nach der Wahrheit deckt der Held nach und nach die Geschichte einer verflossenen Liebe auf, die für sein eigenes Schicksal verantwortlich scheint.

Der Spieler am PC oder mobilen Endgerät steuert Lukas durch verschiedene Orte und Situationen, lässt ihn Gegenstände einsammeln und versucht durch Geschick und Kombinationsgabe, das Mysterium um die geheimnisvolle Anzeige zu lösen. Das Spielprinzip kennen viele als “Point & Click”-Adventure vom heimischen Computer. Zusätzlich bringen filmische Rückblenden die Geschichte voran und offenbaren wichtige Informationen.

Während der Spielanteil in der Jetztzeit angesiedelt ist, werden die Ereignisse des Jahres 1986 in kurzen Filmszenen dargestellt.

Gerade der Sprung zurück in die Vergangenheit stellte das Filmteam vor größere Herausforderungen. Die jungen Filmemacher kennen die DDR nur aus Erzählungen ihrer Eltern. Kulissen, Requisiten und Handlungen sollten trotzdem so originalgetreu wie möglich sein, selbst an Fahrzeuge und Uniformen wurde gedacht. Geholfen haben oft Bekannte und Freunde mit Leihgaben und Fachwissen.
Auf der Suche nach geeigneten Motiven wurde Erik Schiesko auch in Forst fündig. Die alten Tuch-Fabriken und noch unsanierten Häuser im DDR-Einheitsgrau waren für den Regisseur die perfekte Kulisse für ein Abbild der damaligen Zeit. „Schienenstränge wie die der ehemaligen Forster Stadteisenbahn, die an manchen Abschnitten noch in Kopfsteinpflaster eingefasst sind, sucht man in Cottbus vergebens.“, so Schiesko.
Auch alte DDR-Fahrzeuge mussten organisiert werden. Cottbusverkehr stellte für die Filmaufnahmen eine alte Straßenbahn aus den 80er Jahren bereit. Oldtimersammler Matthias Regina von „Trabi Cottbus“ überließ kurzzeitig einen grünen Wartburg für die Dreharbeiten. Am Lenkrad saß Ronne Noack, in Cottbus besser als Postkutscher bekannt. Matthias Regina selbst spielt als Volkspolizist mit, natürlich stilecht in einem original VP-Funkstreifenwagen.
Für eine Familienszene wurde sogar eine leerstehende Wohnung in Forst mit Möbeln aus Haushaltsauflösungen komplett neu eingerichtet.

Weitere Motive fanden die Filmemacher in Groß Jamno, im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf, im Tierpark Cottbus und in Jänschwalde.

Die Dreharbeiten hielten aber noch eine ganz andere Überraschung parat. Vanessa Jordan-Heinrich, die in den Filmpassagen die Rolle der Janette spielt, verrät eine kleine Anekdote: „Leander Linz, der Hauptdarsteller, und ich, wir kennen uns schon aus dem Kindergarten. Nach der Grundschule haben wir uns aus den Augen verloren. Erst hier beim Dreh haben wir uns wieder getroffen.“
Für Erik Schiesko war das Zusammentreffen ebenfalls ein Glücksfall: „Es ist zwar reiner Zufall, dass sich Vanessa und Leander wieder trafen. Aber da die Chemie bei den Beiden stimmt, hat sich das gut auf die gemeinsamen Szenen ausgewirkt.“

Erstes bewegtes Bildmaterial konnten Besucher des 25. Cottbuser Filmfestivals bei einer Art „Making Of“-Präsentation sehen. Aus dem Publikum kam durchweg nur positive Resonanz. Ablehnende Meinungen gab es keine, alle waren überrascht, welche Möglichkeiten sich durch die Kombination von Spielfilm und Computerspiel ergeben. Selbst Fachbesucher des Filmfestivals attestierten Erik Schieskos Projekt Potenzial fürs große Kino.

Die Handlung des Spiels greift neben den Geschichten um Lukas und Janette auch ernste Themen auf. Trotzdem gibt es für den Nutzer immer wieder unterhaltsame Momente. Werden nämlich im Spieleteil Rätsel falsch gelöst, erwarten den Spieler unvorhergesehene Überraschungen.

Die Cottbuser Zuschauer werden viele bekannte Gesichter wiedererkennen. In den Filmszenen agieren neben den beiden Hauptdarstellern Leander Linz und Vanessa Jordan-Heinrich bekannte Cottbuser Schauspieler. Ronne Noack wurde schon erwähnt. In einer anderen Szene spielt Matthias Heine vom Piccolo-Theater zusammen mit Laura Maria Hänsel vom Staatstheater Cottbus. Ihre Rollen sorgten schon während der Dreharbeiten für den einen oder anderen Lacher am Set.AufDerSuchePromo23

Bis der Film allerdings auf der großen Leinwand zu sehen ist, müssen Erik Schiesko und sein Team noch viel Zeit und Arbeit in das Projekt investieren. „Mehrere hundert Gigabyte Daten müssen verarbeitet und Handlungsstränge miteinander verknüpft werden. Zusätzlich sind viele ToDo-Listen noch abzuarbeiten.“, erklärt Erik Schiesko. Programmierer Robert Baruck musste sich dafür extra ein neues Computerprogramm schreiben, um die Interaktion des Filmes darstellen zu können. Erfahrungen, ob und wie es letztendlich funktioniert, gibt es bisher noch nicht.

Erik Schiesko ist verhalten optimistisch. Der Zuspruch und die Vorschläge von Film- und Computerfreaks, den er und seine Mitstreiter bei der Präsentation während des Filmfestivals erhielten, waren Aufmunterung und Aufforderung zugleich. „Wir wollen und wir werden bis zur Premiere am 22. Januar fertig sein!“, verkündet Erik Schiesko und macht sich gleich wieder an die Arbeit.

Bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, daß „Auf der Suche“ genauso den Nerv des Publikums trifft wie Erik Schieskos bisherige Projekte. Ab 8. Februar 2016 erfolgt die Freischaltung, dann kann sich Jeder über eine eigens dafür eingerichtete Webseite selber auf die Suche nach des Rätsels Lösung begeben.

(c) für alle Fotos: KonturProjekt

Lausitzer Filmemacher gründen Netzwerk

25-FFCottbus-Marke-long-I_weiss_webWie können regionale Themen filmisch verarbeitet werden? Wie können sich Lausitzer Filmemacher überregional präsentieren? – Zwei von vielen Fragen, die sich Filmemacher aus der Lausitz bei einem informellen Zusammentreffen während des Filmfestivals Cottbus stellten.
Neben Spiel- und Dokumentarfilmern waren auch Initiatoren kleinerer Filmfestivals in der Lausitz und Vertreter öffentlicher Gremien anwesend.

Eingeladen waren auch Vertreter der für die Lausitz zuständigen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und Filmförderanstalten. Aber die Abwesenheit des MDR, des Medienboard Berlin-Brandenburg sowie der Mitteldeutschen Medienförderung zeigten deutlich, welchen Stellenwert der Lausitzer Film bei diesen Gremien genießt. Lediglich der Rundfunk Berlin-Brandenburg war mit Hellmuth Henneberg, Redaktionsleiter im Studio Cottbus, vertreten.
Kritik wird besonders am Medienboard Berlin-Brandenburg geübt. „Während anderen Produktionen das Geld praktisch nachgeworfen wird bzw. ein Großteil in Berlin verbleibt, schaffen es die kleineren, regionalen Filmproduktionen nicht mal bis zur Sekretärin!“, so die etwas überspitzte übereinstimmende Meinung.

Ideen für spannende Filme mit regionalem Bezug gibt es viele. Schnell kristallisierte sich in der Diskussion jedoch heraus, dass den Lausitzer Filmschaffenden eine Lobby fehlt. Viele der anwesenden Filmemacher kritisierten die fehlende Filmförderung bzw. die bürokratischen Hindernisse, um überhaupt gefördert zu werden. So musste Reiner Nagel mit seiner Filmproduktion „ostwärts film“ ein Projekt begraben, weil er trotz prominenter Unterstützung von u.a. der diesjährigen Literaturnobelpreisträgerin Svetlana Alexijewitsch den Film nur zu 50% finanzieren konnte. Dokumentarfilmer Donald Saischowa hat schon seit Jahren keinen Film mehr mit Fördergeldern gedreht.
Auch Clemens Schiesko kommt notgedrungen ohne Filmförderung aus: „Die Energie, die ich aufbringen muss, um mich um Fördermöglichkeiten zu kümmern, wandle ich lieber in Kreativität beim Filmedreh um. Und wenn nur Geld für zwei Schauspieler und einen Scheinwerfer da ist, dann überlege ich eben, wie ich die beiden Schauspieler mit dem einem Scheinwerfer trotzdem ins richtige Licht setzen kann!“

Aber nicht nur die Filmförderung macht den Teilnehmern Sorge. Dr. Grit Lemke, die sowohl beim Dok-Festival in Leipzig als auch beim Cottbuser Filmfestival als Kuratorin aktiv ist, fasst drei Schwerpunkte zusammen: die „Graswurzelgeschichte“, also der Umgang mit der Heimatgeschichte und den hiesigen Traditionen, das überregionale Filmschaffen mit internationalen Vermarktungschancen und das audiovisuelle Erbe mit der Bewahrung und Konservierung vorhandener Filme.

2015-11-06_FFC_Netzwerktreffen_(c) Thori

v.l.n.r. Dr. Grit Lemke, Sabina Siegowa, Clemens Schiesko

Hellmuth Henneberg versucht, die Ängste ein wenig zu nehmen: „Beim RBB gibt es vier Sendeplätze für regionale Themen. Ich bin für jedes interessante Thema oder für gute Filmstoffe dankbar, die mir angeboten werden. Gerne bin ich auch bereit, diese Ideen vor den Entscheidungsträgern beim Sender zu verteidigen!“.
Von der vorgebrachten Idee, eine Trainingsinitiative zu starten, um hiesigen Filmemachern zu zeigen, wie man ein Filmprojekt bei Produzenten oder potentiellen Geldgebern vorstellt, hält er nicht viel. Für diese Trainingsinitiative wären kurzfristig sogar 10.000 Euro verfügbar.

Auch Erik Schiesko, wie sein Bruder Clemens auf Kurz- und Spielfilme spezialisiert, spricht sich dagegen aus: “Von den Leuten, die hier sitzen, braucht niemand eine Weiterbildung, wie man ein gutes Drehbuch schreibt oder wie man einen Film entwickelt. Das Geld, dass man sicherlich den Lektoren und Referenten zahlen müsste, sollte lieber direkt in die Filmarbeit gesteckt werden!“

Dass das nicht so einfach ist, zeigt sich daran, dass solche Gelder oft zweckgebunden sind. Hinzu kommt, dass das Land Sachsen andere Fördermöglichkeiten bietet als Brandenburg. „Lausitziale“-Vorstand Holger Fahrland schlägt deshalb vor, von zwei Seiten aus zu fördern. Als gelungenes Beispiel, wie so etwas funktionieren kann, nennt er den Industriepark Schwarze Pumpe, der genau auf der Ländergrenze zwischen Sachsen und Brandenburg steht und wo Fördergelder beider Länder drin stecken.

Die optimale Lösung für die Probleme der Lausitzer Filmemacher sieht Cosima Stracke-Nawka von der sächsischen Landesmedienanstalt in der Schaffung eines „Filmbüro Cottbus“, das alle Aktivitäten koordinieren könnte. Sie gibt aber gleichzeitig zu bedenken, dass die Umsetzung dieses Projektes ziemlich schwierig sein dürfte, zumal überhaupt nicht klar ist, wie das personell bewerkstelligt werden kann.
Ein Kompromiss könne sein, sich untereinander zu vernetzen und gegenseitig zu helfen und die Kräfte zu bündeln. Grit Lemke schlägt vor, gleich Nägel mit Köpfen zu machen und initiiert unter Zustimmung aller Anwesenden die Gründung des „Filmnetzwerkes Lausitz“. Eine Datenbank soll zunächst aufgebaut werden, in die sich Lausitzer Filmemacher eintragen und auf sich aufmerksam machen können. Bei regelmäßigen Treffen sollen die weiteren Schritte besprochen werden.

Grit Lemke, Ola Staszel vom Neißefilmfestival, Sabina Siegowa von der „Stiftung für das sorbische Volk“ und Cosima Stracke-Nawka wollen sich zunächst darum kümmern, das Netzwerk fester zu knüpfen und damit zum Laufen zu bringen.

Einbringen soll sich aber jeder, dem das Lausitzer Filmschaffen eine Herzensangelegenheit ist. Auch das Filmfestival Cottbus wird mit ins Boot geholt. In der Sektion „Heimat/Domownja“ sollen im nächsten Jahr mehr Filme mit lausitzer und sorbischen Themen vorgestellt werden. Durch die anwesenden Fachbesucher erhofft man sich dadurch auch mehr Aufmerksamkeit für das regionale Filmschaffen. Programmdirektor Bernd Buder sagte spontan seine Unterstützung zu und will mit der Festivalleitung die Ideen und Vorschläge des Abends prüfen.

Bleibt also nur noch zu hoffen und zu wünschen, dass der Film in der Lausitz endlich sein Nischendasein verlässt und den Weg in die weite Filmlandschaft findet. Mit vereinten Kräften aller Filmenthusiasten sollte es dann auch möglich sein, Film-Fördergelder hier in die Region zu holen und den Regisseuren, Kameramännern, Schnitttechnikern und allen anderen an einem Filmprojekt Beteiligten eine angemessene Bezahlung zu ermöglichen. Der Anfang ist zumindest schon mal gemacht….

Viel Zuspruch für „Auf der Suche“ beim Cottbuser Filmfestival

25-FFCottbus-Marke-long-I_weiss_webIm Rahmen des 25. Filmfestival Cottbus stellte Filmemacher Erik Schiesko am Dienstagnachmittag sein neuestes Projekt vor. Mit „Auf der Suche“ – so der Name des Filmes – wagt sich Schiesko auf neues Terrain. Zum ersten Mal wird ein Film interaktiv auf die Kinoleinwand gebracht, d.h. es entsteht ein Spielfilm mit Computerspieleinlagen. Oder, je nach Betrachtungsweise, ein Computerspiel mit Filmsequenzen.

Erfahrungen, ob und wie es funktioniert, gibt es bisher noch nicht. Entsprechend tief stapelt Erik Schiesko bei der Vorstellung des „Making Of“ zum Film in der Kammerbühne in Anwesenheit einiger Mitwirkender, darunter Hauptdarstellerin Vanessa Jordan-Heinrich in Vertretung des erkrankten Leander Linz. „Was Sie gleich sehen werden, sind etwa 10% von der Endfassung. Vieles ist noch unbearbeitet oder muss noch programmiert werden. Wir wissen selber nicht, wie es auf der großen Kinoleinwand wirkt und bitten deshalb um Ihre Anregungen!“, entschuldigt sich Erik Schiesko schon mal vorab.

2015-11-03_FFC_Auf der Suche_(c) Thoralf Haß

v.l.n.r.: Robert Baruck (Programmierer), Erik Schiesko (Regie), Olaf Pöschk (Spieldesign), Vanessa Jordan-Heinrich (Hauptdarstellerin)

Die Handlung des Filmes ist schnell erzählt: Ein junger Reporter kommt einer Verschwörung auf die Schliche. Er findet in einem Archiv einen Artikel aus den 80er Jahren, welcher seinen Tod beschreibt. Auf der Suche nach der Wahrheit deckt der Held nach und nach die Geschichte einer verflossenen Liebe auf, die für sein eigenes Schicksal verantwortlich scheint.
Die Filmsequenzen wurden komplett in der Lausitz gedreht, u.a. in Cottbus, Jänschwalde oder Forst.

Zunächst startet „Auf der Suche“ wie ein gewöhnlicher Spielfilm. Ein Sprung ins Jahr 1986 zeigt, wie sich ein junges Paar findet. Dialoge, Filmmusik, Vorspann – alles wie gehabt. Dann der Sprung in die Gegenwart. Plötzlich friert das Bild ein. Nun muss der Zuschauer am Computer durch Lösen verschiedener Aufgaben herausfinden, wie die Handlung fortgesetzt werden kann. Lukas Schuck, Schauspieler an der „BÜHNE acht“, traut sich diesen Part zu. Und während sich Lukas durch die virtuellen Welten klickt, erläutern Erik Schiesko, Spieldesigner Olaf Pöschk und Programmierer Robert Baruck den Zuschauern, was später zu beachten sein wird und wie das Konzept der Interaktivität funktioniert.

„Es war für mich, der nicht so oft am Computer spielt, einfach, die Aufgabenstellung zu verstehen und umzusetzen.“, fasst Lukas Schuck seine Erfahrungen zusammen. Auch aus dem Publikum kommt nur positive Resonanz. Ablehnende Meinungen gibt es keine, alle sind überrascht, welche Möglichkeiten sich durch die Kombination von Spielfilm und Computerspiel ergeben. Selbst Fachbesucher des Filmfestivals attestieren Erik Schieskos Projekt Potenzial fürs Kino. Auch für jemanden, der die Lausitz nicht kennt, ist der Film sehenswert, erfährt er doch durch eingebaute Überraschungen so einiges.

Welch gewaltige Arbeit hinter dem Projekt steht, erläuterte Erik Schiesko anhand einiger Beispiele aus der Produktionsphase. Mehrere hundert Gigabyte Daten müssen verarbeitet werden. Robert Baruck musste sich ein neues Computerprogramm schreiben, um die Interaktion darstellen zu können. Lange ToDo-Listen, die noch abzuarbeiten sind, und Darstellungen logischer Verknüpfungen der im Spiel gesammelten Hinweise zeugen vom enormen Aufwand.

Bis zur Premiere am 22. Januar 2016 im Cottbuser Weltspiegel steht für Erik Schiesko und Robert Baruck noch viel Arbeit an. Den Zuspruch und die Vorschläge von Film- und Computerfreaks, den die Beiden bei der gestrigen Präsentation erhielten, können alle an dem Projekt Beteiligte gut gebrauchen. Gut möglich, dass mit „Auf der Suche“ ein komplett neues Filmgenre geschaffen wird.

Interaktiver Film „Auf der Suche“ kann getestet werden

Auf der Suche Making Of

(c) KonturPROJEKT

Erik Schieskos neuester Streich, der interaktive Spielfilm „Auf der Suche„, befindet sich in der Endphase, was Produktion und Programmierung betrifft.

Im Rahmen des Filmfestivals Cottbus, wo das Projekt in der Sektion „Specials“ an den Start geht, können Interessierte schon mal einen kurzen Ausschnitt aus dem Film sehen und sind anschließend zur Interaktion mit einer B-Version des Filmes eingeladen.

Am 03. November um 17:00 Uhr geben Regisseur Erik Schiesko, Hauptdarsteller Leander Linz, Programmierer Robert Baruck und Spieldesigner Olaf Pöschk in der Kammerbühne Cottbus in einer Art „Making Of“ Einblicke in die Dreharbeiten und erläutern, wie das interaktive Konzept umgesetzt wurde.

„Auf der Suche“ ist ein Spiel-Film oder Film-Spiel. Darin kommt ein junger Reporter einer Verschwörung auf die Schliche. Er findet in einem Archiv einen Artikel aus den 80er Jahren, welcher seinen Tod beschreibt. Auf der Suche nach der Wahrheit deckt der Held nach und nach die Geschichte einer verflossenen Liebe auf, die für sein eigenes Schicksal verantwortlich scheint.

Der Zuschauer bzw. Spieler hilft dabei, den mysteriösen Vorfall aufzuklären. Er muß sich durch die Kulissen klicken, um Hinweise für die Lösung zu erhalten. Neben den interaktiven Sequenzen gibt es auch immer wieder kurze Filmeinspieler, die die Handlung vorantreiben und wichtige Hintergrund-Informationen geben.

Die Filmsequenzen wurden komplett in der Lausitz gedreht. Neben Nachwuchsdarstellern agieren auch gestandene Schauspieler wie Ronne Noack, Mathias Heine oder Laura Maria Hänsel vor der Kamera.

Feierliche Premiere von „Auf der Suche“ wird am 22. Januar 2016 um 20:00 Uhr im WELTSPIEGEL Cottbus sein.

Cottbuser Film „Blaue Stunde“ auf YouTube gesperrt

Blaue StundeWer sich im Internet auf YouTube den Film „Blaue Stunde“ des Cottbuser Filmemachers Erik Schiesko ansehen möchte, bekommt stattdessen eine schwarze Tafel zu sehen, auf der steht, dass das Video entfernt wurde, weil es gegen YouTube-Richtlinien verstößt. Von Spam und irreführender Werbung, ja sogar von Betrug ist da die Rede!

Bis zur Entfernung des Videos zählte der Film mehr als 7,5 Millionen Klicks. Erik Schiesko hatte das ehrgeizige Ziel, den Film in mehreren Sprachen zu untertiteln. Als Regisseur, vor allem aber als Produzent von „Blaue Stunde“ ist er auch für die Vermarktung des Filmes verantwortlich. Das Internet und ganz besonders YouTube scheint dafür beste Voraussetzungen zu bieten.

Aber warum wurde nun das Video gesperrt bzw. entfernt? Irreführende Werbung kann es nicht sein.. Im Gegensatz zu manch anderen Videos versteckt sich hinter dem Link zu „Blaue Stunde“ keine leere Seite oder wird Werbung für ein vollkommen anderes Produkt gemacht. Wo „Blaue Stunde“ angekündigt wurde, war auch „Blaue Stunde“ drin! Auch die Beschreibungen des Videos passten zum Film, es wurden in den sogenannten Meta-Tags keine Begriffe genannt, die mit dem Film nichts zu tun haben.
„Es kann sein, dass einige der verwendeten Begriffe zu allgemein gehalten wurden. Außerdem habe ich Suchbegriffe in unterschiedlichen Sprachen auch in die Videobeschreibung gesetzt, was YouTube nicht möchte, ich aber vorher nicht wusste“, räumt Erik Schiesko selbstkritisch eigene Fehler ein. Durch die Untertitel in diversen Sprachen erscheint das Video auch in den Suchlisten im nicht deutschsprachigen Raum, weswegen die hohen Klickzahlen zu erklären sind. Lediglich 1,3 Millionender Klicks kamen aus Deutschland.
Besonders schade findet er aber, dass er nun keine Möglichkeit bekommt, die Videoeinstellungen zu korrigieren. „YouTube hat das Video ohne Warnung entfernt. Damit sind alle Klicks verloren.“

Stattdessen wird sich Erik Schiesko erneut die Arbeit machen und den Film noch einmal online stellen. Diesmal wird er aber genauer drauf schauen, welche Daten mit hochgeladen werden.

Bleibt nur zu wünschen, dass die vormaligen Klickzahlen irgendwann wieder erreicht werden.

(C) Plakat: KonturProjekt

„Blaue Stunde“ ist ab sofort online zu sehen

Die Filmemacherbrüder Erik und Clemens Schiesko (Holger & Hanna) haben ihren ersten Langspielfilm „Blaue Stunde“ im Internet veröffentlicht. Auf Youtube kann sich jeder den größtenteils in Cottbus gedrehten Film kostenlos und in kompletter Länge ansehen. Der Direktlink ist auf KonturPROJEKT.de zu finden oder über die Suchfunktion von Youtube: „Blaue Stunde“, „Kompletter Kinofilm“.

Der Film beschreibt die Lebenssituation eines verwirrten Jugendlichen, der seine erste Liebe erfährt. Cottbus diente als Hauptdrehort, aber auch in Warnemünde, sowie beim polnischen Woodstockfestival sind Aufnahmen entstanden. Neben Gastauftritten von Andrea Kulka (Verena aus „Holger und Hanna“) und Michael Becker (Staatstheater Cottbus) sind alle Darsteller von der Straße gecastet. Erik Schiesko entdeckte Hauptdarsteller Niclas Greschke bei einer Theateraufführung. Der Film arbeitet mit vielen doppeldeutigen Szenen. Im Titel stehen Blau für „Depression“, „Betrunken sein“, „Ende“ und Stunde für „Schule“. „Es ist an der Zeit“, „Geschehen“.

Blaue Stunde
D, 2011, Länge: 75 Minuten, Farbe, Stereo,
Coming of Age, Jugendfilm,

Die Rollen und ihre Darsteller
Niklas: Niclas Greschke
Lotta: Lotta Brand
Martin: Michael Becker
Lehrerin: Andrea Kulka
Guter Freund von Lotta: Fritz Tudyka
Verrückter Max: Max Wuttke
Verrückter Johann: Johann Heyn
Verrückter Flo: Florian Donath
Freundin von Lotta 1: Anna Proksch
Freundin von Lotta 2: Antje Kubanke
Mädchen auf Festival: Ruth-Maria Thomas
Mädchen aus dem Traum 1: Marie-Claire Perge
Mädchen aus dem Traum 2: Franziska Radtke
Mädchen aus dem Traum 3: Teresa Hübner

Crew
Regie, Buch, Produktion, Schnitt, Animation, Grafikdesign, Presse: Erik Schiesko
Kamera, Color Grading: Clemens Schiesko
Regieassistenz, Textzuarbeit: Fritz Tudyka
Tonassistenz: Fritz Tudyka, Lotta Brand
Musik: MOr La PeAcH, Alexander Rex, Do is smell Cupcakes?, Benjamin Buder, Florian Mazur, Millies Faces, Lunico, Meet the noise, Erik Schiesko
Zeichnungen und Ausstattung: Johannes Kliem
Helfer: Florian Donath
Internetseite: Ole Richter

Holger & Hanna (und der ganze kranke Rest)

Holger&Hanna_PlakatHolger, ein 16jähriger Schüler, hat es nicht leicht. Seine Eltern teilten ihm mit, dass sie sich scheiden lassen wollen. Und als wäre das nicht schlimm genug, schleppen sie Holger auch noch zur Familientherapie.

Holger ist genervt von seiner Mutter und muss sich ständig ihre Rechtfertigungen anhören. Die auf einem Esoteriktrip wandelnde Verena „steckt Nadeln in anderer Leute Kopfhäute“ und will ständig irgendwelche Energiemeridiane aktivieren. Holgers Vater Gerhard, ein Zahnarzt, ist schon längst zu Hause ausgezogen. Dabei hat doch Holger genügend eigene Probleme, denn er hat sich hoffnungslos in die drei Jahre ältere Hanna aus seiner Schule verliebt. Für ihn ist es beschlossene Sache, dass beide zusammen gehören.

Filmbilder_HolgerUndHannaFotoClemensSchiesko

Foto: Clemens Schiesko (KonturPROJEKT)

Womit Holger allerdings nicht gerechnet hat: Hanna steht auf ältere Männer und verliebt sich ausgerechnet in Holgers Vater. Für Holger bricht eine Welt zusammen. Als Verena von Gerhards Verhältnis zu Hanna erfährt, flippt sie aus und fliegt nach Bali. Von seinen Eltern allein gelassen, beschließt Holger, um Hannas Liebe zu kämpfen und lässt dabei kein Fettnäpfchen aus.

Das Drehbuch zu „Holger und Hanna (und der ganze kranke Rest)“ entstand nach dem gleichnamigen Theaterstück von Jan Demuth (Schweiz). Der Cottbuser Theaterregisseur Matthias Heine und Dramaturgin Maria Bock wagten sich an die filmische Umsetzung. Für die Hauptrollen konnten die Nachwuchsdarsteller Florian Donath (Holger) und Ruth-Maria Thomas (Hanna) gewonnen werden. Kai Börner vom Cottbuser Staatstheater übernahm die Rolle von Holgers Vater, die Kabarettistin Andrea Kulka spielt Holgers Mutter Verena.

Die Kamera führte Clemens Schiesko, sein Bruder Erik zeichnete für die Produktion verantwortlich.

Filmbilder_HolgerUndHannaFotoClemensSchiesko 4

Foto: Clemens Schiesko (KonturPROJEKT)

Herausgekommen ist eine wunderbare Komödie, die sich wohltuend von dem sonst üblichen Einheitsbrei deutscher Komödien abhebt. Wortspiele in den Dialogen der Hauptfiguren sind hart an der Grenze zum Kalauer, ohne jedoch aufgesetzt zu wirken. Selbst kleinste Gags wie ein Rülpser haben ein perfektes Timing. Ungewöhnliche Kamerafahrten und Blickwinkel wechseln sich ab mit Schwarz-Weiß- und Tricksequenzen oder kurzen Tanzeinlagen. Die Lichtstimmung und besondere Kameraeffekte wie Geisterbilder überraschen immer wieder den Betrachter. Auch die Idee, eine Szene des Filmes im Stile einer amerikanischen Sitcom (mit den dazugehörigen eingespielten Lachern) fortzuführen, fasziniert.

Gleichzeitig wird der Zuschauer mitgenommen zu einem kleinen Stadtbummel durch Cottbus, wo große Teile des Filmes gedreht wurden. Immer wieder schwenkt die Kamera auf Skulpturen und Brunnen im Stadtzentrum, zeigt die wenigen Schönheiten der Stadt.

Abgerundet wird „Holger und Hanna“ durch einen Klasse Soundtrack, der ein paar potentielle Ohrwürmer beinhaltet. Die Namen der Interpreten sind dabei nur Insidern ein Begriff.

Die Darstellerriege überzeugt durchweg, auch wenn man Kai Börner etwas mehr ansieht, dass er über langjährige Schauspielerfahrung besitzt. Bei Andrea Kulka dagegen sind es die Gestik und Mimik, die besondere Akzente setzen. Ob gewollt oder nicht – manchmal wird man bei ihr an die Yvonne aus den dänischen „Olsenbanden“-Filmen erinnert.

Für Florian Donath und Ruth-Maria Thomas war „Holger und Hanna“ das erste große Filmprojekt. Beide brauchen sich hinter den gestandenen Künstlern Börner und Kulka nicht verstecken. Mit erfrischender Lockerheit agieren beide vor der Kamera und reizen ihre jeweilige Rolle aus.

„Holger und Hanna“ bezeichnet sich gern als Cottbus-Film – von Cottbuser Filmemachern gedreht als kleine Liebeserklärung an ihre Stadt. Hier ist mit wenig Etat eine kleine Filmperle entstanden, die den Vergleich zu großen Studioproduktionen nicht zu scheuen braucht. Vielleicht ist das mit einer der Gründe, warum der Film so unterhaltsam ist.

Viel umjubelte Premiere der „Blauen Stunde“

Blaue StundeDie Anspannung vor der Filmpremiere seines ersten großen Filmprojekts „Blaue Stunde“ war Erik Schiesko schon vor der offiziellen Begrüßung anzusehen. Bis ins Detail hatte der Cottbus Nachwuchs-Regisseur „seinen“ großen Filmabend durchgeplant.

Im Cottbuser Piccolo-Theater fand am vergangenen Sonnabend die viel umjubelte Premiere statt. Die Eintrittskarten für die Vorstellung waren innerhalb weniger Tage restlos ausverkauft. Wer sich keine Karte mehr rechtzeitig reservieren konnte, hatte an diesem Abend Pech gehabt.

Im Saal herrschte emsiges Treiben, rasch wurden noch ein paar Stühle organisiert, damit auch jeder einen Platz findet.

Theaterleiter Reinhard Drogla schilderte in seiner kurzen Begrüßungsrede, wie es zu der ungewöhnlichen Idee kam, im Theater eine Filmpremiere abzuhalten. Erik Schiesko, der einige Male als Gast am Theater auftrat, wollte unbedingt hier seinen ersten großen Film vorstellen. Ein Film, der in Cottbus spielt und mit Cottbuser Darstellern besetzt war, soll auch in Cottbus uraufgeführt werden. „Auf diesen Tag freue ich mich schon mein ganzes Leben“, so Erik Schiesko. „Ich wollte immer Filme drehen und endlich ist mein erster richtiger Film fertig.“

Im Vorprogramm laufen der bei der Cottbuser Filmschau 2010 mit dem Publikumspreis ausgezeichnete Film „Nur ein kurzer Augenblick“ sowie Schieskos neuer Kurzfilm „Schmellwitz“, in dem es um zwei Freunde und deren Wunsch, die ungeliebte Plattenbausiedlung zu verlassen, geht. Außerdem hatte der Trailer zu „Rootstock“ Premiere, ein Film, der im Herbst ins Kino kommen soll. Bei diesem Film führte Erik Schiesko die Kamera.

BlaueStunde_Setbild2011-Schiesko (1)Dann ist es endlich soweit. „Blaue Stunde“ feiert in Anwesenheit der Darsteller seine Welturaufführung. Im Film geht es um den 16jährigen Niklas, der schizophren veranlagt ist. Ihm fällt es zunehmend schwerer, zwischen Realität und Traum zu unterscheiden. Erst als er die aufgeschlossene Lotta kennenlernt, ändert sich sein Leben. Durch sie lernt Niklas ein anderes Leben kennen – und verliebt sich zum ersten Mal in ein Mädchen. Es scheint, als könne Niklas seine Krankheit überwinden…

Die Zuschauer im Saal verfolgten gebannt Niklas` Schicksal. „Blaue Stunde“ ist kein trauriger Film. Manchmal sind es pointierte Dialoge, die Heiterkeit im Publikum verbreiten, manchmal sprechen nur die Bilder und sorgen für ein paar Lacher. Es ist ein Film über die Jugend von heute, über deren Ängste vor dem Leben und den ungezügelten Spaß, den man in der Gruppe hat.BlaueStunde_Setbild2011-Schiesko (30)Die Premierengäste, übrigens nicht nur der jungen Generation, sind begeistert. Noch während der Abspann läuft, setzt tosender Applaus für Erik Schiesko ein. Die Dankesrede an seine Mitstreiter bleibt ungehört, denn der Beifall will nicht enden. Erst als sich alle Darsteller und Crew-Mitglieder auf der Bühne versammeln, löst sich endlich die Anspannung beim 25jährigen Filmemacher. Aber der Abend ist noch lange nicht für ihn zu Ende. Auch beim anschließenden Empfang im Foyer des Piccolo-Theaters kommt Erik Schiesko nicht zur Ruhe. Immer wieder muß er Glückwünsche zur gelungenen Premiere entgegennehmen und Fragen beantworten. Und während sich sein Publikum noch am Buffet stärkt, kümmert sich Erik Schiesko schon um die anschließende After-Show-Party. Er überläßt eben nichts dem Zufall! Schließlich ist es sein großer Abend – und wer weiß schon, ob nicht noch weitere folgen werden.

Dieser Artikel wurde am 27.02.2011 auf nl_aktuell  veröffentlicht