Filmperlentaucher

Verrückt nach Emma

Erstausstrahlung: 10. März 2008, 20:15 Uhr

ZDF-Logo

VerrŸückt nach Emma
Anja Kling spielt in „Verrückt nach Emma“ eine ehemalige Gefängnisinsassin, die das Leben ihres Bewährungshelfers Franz Berger komplett durcheinander bringt.
© ZDF/Volker Roloff (Quelle: ZDF)

Franz Berger (Armin Rohde) ist Bewährungshelfer und kümmert sich Tag und Nacht um seine Klienten. Darunter leidet nicht nur sein Schreibtisch, auf dem sich die Akten stapeln, sondern auch seine Familie. Kein Wunder, daß Franz langsam die Kontrolle verliert, zumal sich seine Kundschaft an die Tochter (Jil Funke) ranmacht oder den Deckel in der Stammkneipe nicht mehr bezahlen kann. Und sein Chef (Arnfried Lerche) droht mit der Versetzung in die hinterste Provinz.

Da kommt die frisch aus dem Knast entlassene Emma Schulze (Anja Kling) zum völlig unpassenden Zeitpunkt! Was Franz bis dahin noch gar nicht weiß: Emma ist zwar eine liebenswerte Person, aber eine wandelnde Katastrophe, ein „menschgewordener Tornado“, eine Gefahr für ihre Umwelt. Und entlassen wurde sie nur, weil das Aufsichtspersonal verletzungsbedingt immer weniger und die Schäden im Gefängnis immer größer werden.

Daß Franz mit Emma überfordert ist, merkt er erst, als sie bei ihm einziehen muß – und seine Frau (Anica Dobra) auszieht. Emma gibt sich wirklich Mühe – kann ja mal passieren, daß der Wellensittich im Staubsauger verschwindet…

Es gibt nur eine Lösung für Franz: Emma muß wieder raus aus der Wohnung. Dummerweise plant sie ihren Neuanfang mit einem Banküberfall. Und ehe Franz das Schlimmste verhindern kann, steckt er selber mit drin und ist mit Emma auf der Flucht vor der Polizei. Und damit fangen Franz‘ Probleme erst so richtig an.

Wer meint, das ist erst der Auftakt für eine rasante Komödie, kommt zu spät, denn gleich von Beginn an geht es zur Sache. Mr. Chaos trifft Mrs. Katastrophe. Ein „Zwischenfall“ jagt den nächsten, der Film hat Tempo und vor allem viel Humor, manchmal hart an der Grenze zum Slapstick.

Armin Rohde spielt einen Mann, der kurz vorm Explodieren ist. Ein Mann mit viel Herz, großer Schnauze, viel Hektik und immer kurz vorm Herzinfarkt. Ein spielfreudiger Schauspieler in Höchtform, assistiert von einer gleichwertigen Anja Kling und umgeben von gut aufgelegten Schauspielkollegen. Neben Rohde und Kling spielen Anica Dobra die schöne, aber frustrierte Ehefrau von Franz, Peter Franke (der Sepp Herberger im „Wunder von Bern“) als Polizeichef, der als Einziger den Durchblick behält, und Ingo Naujoks als Emmas Ex, der ungewollt von Franz und Anna ausgetrickst wird und plötzlich der Hauptverdächtige im Banküberfall ist.

Eine kleine aber feine Rolle blieb für Waldemar Kobus übrig, der einen ziemlich trinkfesten Ex-Knacki spielt. Und wer genau hinschaut, entdeckt auch Elena Uhlig („Alles auf Zucker“, „Mit Herz und Handschellen“) in einer Gastrolle.

Das ganze Tohuwabohu wird umrahmt von einem fetzigen Soundtrack mit ein paar lange nicht mehr gehörten Klassikern der Rockgeschichte.

90 unterhaltsame Minuten – mehr kann man vom Montagsfilm des ZDF nicht erwarten.

Die Rollen und ihre Darsteller

Emma Schulze – Anja Klink
Franz Berger – Armin Rhode
Bernd – Ingo Naujoks
Marianne Berger – Anica Dobra
Finn – Max Wächter
Ina – Jil Funke
Gregor Gruber – Peter Franke

Stab

Regie: Ulrich Zrenner
Drehbuch: Christian Schnalke
Kamera: Johannes Kirchlechner
Szenenbild: Pierre Pfundt
Originalmusik: Ludwig Eckmann

Dieser Artikel wurde erstmals am 03.03.2008 auf Zelluloid kleinveröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.